#467 Wenn Führungskräften Kontext fehlt – warum fehlendes Verständnis Organisationen schadet - Artikel von Niels Brabandt
Wenn Führungskräften Kontext fehlt – warum fehlendes Verständnis Organisationen schadet
Artikel von Niels Brabandt
Führung bedeutet Verantwortung. Verantwortung für Entscheidungen. Verantwortung für Menschen. Verantwortung für Wirkung. Doch eine der größten Gefahren moderner Führung liegt nicht in fehlender Kompetenz oder fehlender Motivation. Sie liegt im fehlenden Kontext.
Im Leadership Podcast und Videocast analysiert Leadership-Experte Niels Brabandt ein Problem, das Organisationen weltweit betrifft: Führungskräfte treffen Aussagen und Entscheidungen, ohne die vollständige Realität ihrer Organisation, ihrer Mitarbeitenden oder ihres Umfelds zu verstehen.
Warum Kontext die Grundlage wirksamer Führung ist
Kontext ist die Fähigkeit, die Realität anderer Menschen, Märkte und Organisationen korrekt einzuordnen. Führungskräfte ohne Kontext treffen Entscheidungen auf Basis persönlicher Annahmen statt objektiver Realität. Dies führt zu Fehlentscheidungen, Vertrauensverlust und strategischem Schaden.
Niels Brabandt zeigt, dass fehlender Kontext häufig dann entsteht, wenn Führungskräfte über längere Zeit hinweg von den operativen Realitäten ihrer Organisation entfernt sind. Je größer die Distanz zwischen Führung und operativer Realität, desto höher ist das Risiko falscher Einschätzungen.
Der Schaden fehlenden Kontextes für Organisationen
Wenn Führungskräfte öffentlich oder intern Aussagen treffen, die nicht der Realität entsprechen oder als realitätsfern wahrgenommen werden, entstehen unmittelbare Konsequenzen:
Mitarbeitende verlieren Vertrauen in die Führung.
Talente verlassen die Organisation oder bewerben sich gar nicht erst.
Kunden hinterfragen die Werte und Integrität der Organisation.
Die Reputation der Organisation wird nachhaltig beschädigt.
Reputation ist eines der wertvollsten Assets jeder Organisation. Fehlender Kontext kann diesen Wert innerhalb kürzester Zeit zerstören.
Warum Selbstreflexion eine zentrale Führungsfähigkeit ist
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse von Niels Brabandt ist die Bedeutung von Selbstreflexion. Führungskräfte müssen aktiv hinterfragen, ob ihre Wahrnehmung der Realität korrekt ist.
Erfolg kann paradoxerweise dazu führen, dass Führungskräfte den Bezug zur Realität anderer verlieren. Je länger Führungskräfte in privilegierten Positionen arbeiten, desto wichtiger wird aktive Selbstreflexion.
Selbstreflexion bedeutet, bewusst andere Perspektiven einzunehmen, Daten zu prüfen und aktiv Feedback einzuholen.
Warum professionelle Kommunikation für Führungskräfte unverzichtbar ist
Moderne Führung ist untrennbar mit Kommunikation verbunden. Jede öffentliche Aussage einer Führungskraft wirkt direkt auf die Organisation zurück.
Niels Brabandt betont die entscheidende Rolle professioneller Kommunikationsabteilungen. Führungskräfte müssen ihre Kommunikation strategisch vorbereiten und sicherstellen, dass Aussagen faktisch korrekt, kontextuell angemessen und strategisch sinnvoll sind.
Professionelle Kommunikation schützt nicht nur die Reputation der Organisation, sondern stärkt auch Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
Was Führungskräfte konkret tun müssen
Führungskräfte müssen aktiv Kontext aufbauen und pflegen. Dies umfasst:
Aktive Selbstreflexion über eigene Annahmen und Perspektiven
Regelmäßigen Austausch mit Mitarbeitenden auf allen Ebenen
Fundierte Analyse von Fakten und Daten vor öffentlichen Aussagen
Strategische Abstimmung mit Kommunikationsabteilungen
Kontinuierliche persönliche und professionelle Weiterentwicklung
Führung ist kein statischer Zustand. Führung ist ein kontinuierlicher Lernprozess.
Fazit: Kontext ist die Grundlage moderner Führung
Die Analyse von Niels Brabandt zeigt klar: Fehlender Kontext ist eine der größten Gefahren für moderne Organisationen.
Führungskräfte, die Kontext verstehen, treffen bessere Entscheidungen, bauen Vertrauen auf und führen Organisationen erfolgreicher.
Führung beginnt nicht mit Autorität. Führung beginnt mit Verständnis.
Niels Brabandt
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Mehr zu diesem Thema im dieswöchtigen Podcast und Videocast: mit Niels Brabandt: Videocast / Apple Podcasts / Spotify
Das Transkript zum Podcast und Videocast befindet sich unter diesem Artikel.
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Niels Brabandt ist Experte für Nachhaltige Führung (Sustainable Leadership) mit mehr als 20 Jahren Erfahrungen in Praxis und Wissenschaft.
Niels Brabandt: Professionelles Training/Seminare/Workshops, Speaking/Vorträge, Coaching, Consulting/Beratung, Mentoring, Projekt- & Interim-Management. Event Host, MC, Moderator.
Podcast und Videocast Transkript
Niels Brabandt
Das wurde jetzt nicht gerade wirklich gesagt, oder? Kennen Sie diesen Moment, wo man sich denkt: "Das hat die Person nicht gerade wirklich gesagt", oder? Und wenn Führungskräften so ein bisschen der Kontext fehlt, dann kommen genau solche Aussagen dabei raus, dass man sagt: "Die Äußerung ist jetzt nicht gerade wirklich passiert", oder? Wo sie sich fragen: "Weißt du, worüber du sprichst? Kennst du überhaupt die Fakten? Kennst du mein Berufsbild? Hast du jemals da gesessen, wo ich saß? Weißt du, worüber du redest?"
Niels Brabandt
Und dann geht es relativ schnell auch in die Bereiche, wo gerade wenn Führungskräfte bekannter sind, dass dann auch der Organisation massiv Schaden zugefügt wird. Und deswegen müssen wir jetzt mal darüber sprechen: Wie sieht es eigentlich aus, wenn Führungskräften der Kontext fehlt, und wie vor allen Dingen können wir damit umgehen, wenn es dann eventuell nicht so ganz rund läuft?
Niels Brabandt
Also, herzlich willkommen zur aktuellen Folge: "Wenn Führungskräften Kontext fehlt". Es ist nämlich etwas passiert. Wenn ich so was habe, dann nenne ich dazu immer reale Fälle. Und wichtig auch hier wieder: Unter dem Free Use Act in Großbritannien und eben auch Fair Dealing, genauso wie dem Zitierrecht, werde ich hier reale Fälle auch entsprechend zeigen. Das habe ich auch als Möglichkeit, damit ich belegen kann, was ich hier sage, was ich generell immer tue. Also, wenn Führungskräften der Kontext fehlt, dann kann Folgendes passieren.
Niels Brabandt
Vielleicht kennen einige hier Jim Ratcliffe. Und wenn nicht, dann kann ich jetzt kurz erklären, wer Jim Ratcliffe ist. Denn Jim Ratcliffe ist ein Milliardär aus Großbritannien. Und dieser Milliardär ist relativ bekannt, denn dem gehört ein sehr großer Fußballverein. Und dieser Fußballverein ist kein geringerer Verein als der Verein von Manchester United. Und wenn Sie jetzt sagen: "Okay, so weit okay. Hat er irgendwas Inakzeptables gesagt über irgendwas mit ... weiß ich ja nicht, irgendwas mit Fußball? Hat er sich da irgendwie aufgeregt? Ist da irgendwas passiert?" Hm, fast, aber nicht ganz.
Niels Brabandt
Denn Jim Ratcliffe hat Folgendes gemacht. Jim Ratcliffe hat sich geäußert über ein Thema, wo es derzeit sehr viele Kontroversen gibt. Und zwar hat Jim Ratcliffe sich zum Thema Immigration geäußert. So. Und wenn Sie jetzt das mal kurz über nachdenken: Was hat er wahrscheinlich gesagt? Jetzt guckt man mal: Okay, Migration, Einwanderung, Streitthema. Was tut man da, wenn man jetzt auch so ein bisschen den Hintergrund kennt, Großbritannien, die Geschichte Großbritanniens? Und Jim Ratcliffe hat gesagt, dass Großbritannien von Migranten - und ich zitiere das Wort wörtlich - "kolonisiert" wurde.
Niels Brabandt
Das ist die Quelle hier. Ist von Sky News, ist nicht von mir geschrieben. Ja, ein Brite setzt sich hin und sagt: "Wir wurden von Migranten kolonisiert." Jetzt würden einige sagen: "Also, wenn irgendjemand die Welt mal kolonisiert hat, dann waren es doch die Briten, oder?" Das ist schon richtig.
Niels Brabandt
Das Problem ist, es geht ja dann noch weiter. Ihm gehört ja dann Manchester United. Logischerweise hat so ein CEO in dieser Firma dann entsprechend auch eine Reichweite, die sehr, sehr schnell sehr viral geht. So ist es hier auch passiert. Sofort wurde auch gesagt: "Wie sieht Manchester United das Ganze?" Und dann haben Leute auch gesagt: "Gut, wir müssen das Ganze jetzt mal beleuchten." Und deswegen ist entscheidend: Wir müssen mal schauen, wie sieht hier eigentlich die Faktenlage aus?
Niels Brabandt
Und das Erste, was sehr, sehr auf den Punkt war, wie ich fand: Wenn ich Fußballvereinsbesitzer bin von Manchester United, dann hat jemand mal eins gemacht. Der hat nämlich gesagt: "Okay, können wir mal angucken, wenn jetzt wenn Immigration so furchtbar ist, wie sähe denn Manchester Uniteds Team aus ohne Immigration?" Und übrigens, es sähe so aus, wie mit einer Fotomontage hier gemacht wurde. Da wäre also, abgesehen von zwei Spielenden, überhaupt niemand mehr übrig.
Niels Brabandt
Und jetzt geht es natürlich noch weiter. Die Frage ist: Wenn du jetzt solche Äußerungen tätigst, die logischerweise an sich schon nicht haltbar sind, und so in der Pauschalität vor allen Dingen einfach ... Also, es ist faktisch falsch. Es ist aber auch in der Pauschalität generell nicht haltbar, wenn man sagt: "Alle Immigranten sind ..." Das führt nie zu irgendwas Praktischem. Das führt nie zu irgendwas Wertvollem. Das führt nie zu irgendwas, was die Gesellschaft irgendwo weiterbringt.
Niels Brabandt
Und vor allen Dingen werden Leute dann auch sagen: "Na ja, okay, du als Brite, wie stehst du denn zu Migration?" Denn er selber ist selber auch Immigrant. Er wohnt nämlich nicht mehr in Großbritannien. Jetzt fragt man sich: Wo ist der Milliardär denn hingezogen? Jetzt denken Sie einige: "Oh, bitte nicht. Bitte erzähl mir nicht." Er ist doch, ist er. Ja, er wohnt in Monaco. So. Und da hat er dann natürlich auch weitere Kritik geerntet, wo gesagt wurde: "Du bist selber Immigrant." Und das ist irgendwie was anderes.
Niels Brabandt
Und dazu kommt noch was anderes: Er hat natürlich in dem Interview auch Dinge genannt, die faktisch nicht falsch waren. Die Probleme in der britischen Wirtschaft und so weiter, dass die Energiekosten zu hoch sind, das stimmt. Nur, jetzt kann man sich ja da mal fragen: Was gab es denn in den letzten Jahren, was Großbritannien in der Wirtschaft massiv geschadet hat? Und was auch belegbar mittlerweile dazu führt, dass die britische Wirtschaft langsamer wächst als andere Wirtschaften in vergleichbaren Regionen? Und das war eine Sache, wo er dafür war, nämlich Brexit. Also, der Schaden, über den er spricht, da hat er selber mit für gesorgt.
Niels Brabandt
Und nebenbei, was natürlich passiert: Sobald es so viral geht, dann kommt halt irgendwann eine öffentliche Einrichtung wie die BBC, wie hier, und fact-checkt, also faktprüft einfach jede der Aussagen. Und das ist hier auch passiert. Es kam halt raus: Mit einigen Dingen hatte er recht, insbesondere bei Energiepreisen und was da an Schaden auch passiert in der Bevölkerung, Unternehmen und so weiter. Das stimmt. Aber wo er halt sagte: "Zehn Millionen leben auf Benefits und Handouts, und die arbeiten alle nicht, und die Migranten sind sowieso alle XY" ... Das war komplett Nonsens, komplett Unsinn. Auch dass eine Kolonisierung stattgefunden hat ... Völliger Unsinn. Völliger Unsinn.
Niels Brabandt
Und jetzt ist die Frage: Jetzt kann man natürlich sagen, das ist alles furchtbar doof, aber der Mann ist Milliardär, hat eine große Firma, eine große Chemiefirma. Und übrigens, hier ist auch eins wichtig: Hier müssen wir logischerweise auch die Fakten verifizieren. Denn eins, was gerne mal übersehen wird: Natürlich ist es nicht großartig, wenn du sagst: "Ich habe was gegen Immigration, immigriere aber selber." Dann kannst du halt sagen: "Ich arbeite ja." Okay, gut. Aber das tun eben die meisten Leute, die immigrieren, auch. Die sitzen nicht da und tun nichts. Das ist schlichtweg nicht wahr, wenn jemand so was sagt.
Niels Brabandt
Und dazu kommt noch - und das müssen wir jetzt auf der anderen Seite wieder sehen - wenn dann Leute sagen: "Na ja, an Monaco zahlst du ja auch keine Steuern." Es ist korrekt, dass in Monaco keine Einkommensteuer fällig wird, aber genauso wie jeder andere zahlt er dort zum Beispiel auch Umsatzsteuer. Die ist gestaffelt, nach dem französischen Modell: 20 Prozent, 10 Prozent, 5,5 und 2,1 Prozent sind das, glaube ich, je nachdem, was für Güter konsumiert werden. Und wenn jetzt jemand wie er als Milliardär dort wohnt und wahrscheinlich im Monat eine Million Euro irgendwo dort ausgibt, dann hat er mehr Steuern darüber, über die Umsatzsteuer und Mehrwert ... Also, über die Umsatz- beziehungsweise Mehrwertsteuer hat er mehr Steuern bezahlt, als die meisten Leute in der arbeitenden Bevölkerung im Jahr verdienen. Also, das ewige Argument von: "Milliardär zahlt gar keine Steuern" ist eben auch Unsinn, weil es schlichtweg Quatsch ist, weil es über andere Abgaben dann erfolgt. Oder eben über Arbeitgeber an Sozialbeiträgen. Der Staat bekommt das Geld schon. Deswegen diese pauschale Keule mit: "Zahlt ja keine Steuern." Das ist eben auch Unsinn.
Niels Brabandt
Die Frage ist jetzt: Wie kann man jetzt, wenn Ihnen so was in Ihrer Organisation passiert und Sie sagen: "Wir können es uns nicht leisten, dass da oben eine Person sitzt, die einfach immer wieder Schaden an der Organisation hervorruft"? Denn was jetzt passieren wird und was jetzt bereits auch passiert ist: Leute sagen: "Für diesen Arbeitgeber möchte ich nicht arbeiten. Ich ziehe meine Bewerbung zurück." Oder Leute sagen: "Ich wollte ohnehin schon wechseln." Nach der Aussage spätestens: "Tschüss, danke." Oder auch Leute sagen: "Bei der Firma kaufe ich nicht ein." Also, das heißt, wenn Sie jetzt gerade dort im Vertrieb arbeiten, hören Sie am Telefon oder auf anderen Medien wahrscheinlich gerade: "Wir hätten bei Ihnen gekauft, aber wissen Sie, nach der Aussage lassen wir das mal." Oder: "Wir machen es nur mit einem massiven Discount." Also, schön die Preise runter. Das heißt, Sie haben einen Schaden an allen Fronten verursacht.
Niels Brabandt
Und deswegen ist halt wichtig ... Und mit manchen Dingen hat er natürlich recht. Wenn jetzt Sir John Ratcliffe sagt: "Man kann keine großartige Wirtschaft aufbauen, wenn 10 Prozent auf Benefits sind, wenn 10 Millionen auf Benefits sind von 60 Millionen", was in der einen oder anderen Art und Weise auch stimmt, aber da ist eben auch viel arbeitende Bevölkerung dabei in Großbritannien. Arbeitende Bevölkerung, wo trotzdem das Geld nicht reicht und über Universal Credit aufgestockt werden muss. Dann kann man da mit Sicherheit Lösungen für finden, aber die Lösung ist nicht zu sagen: "Die Leute sollen nicht auf Benefits sitzen, denn die Leute können nicht verhungern, gerade wenn die Kinder haben. Was sollen sie denn tun?"
Niels Brabandt
So. Und natürlich kann man jetzt sagen: "Sollten Sie dann Kinder haben?" Natürlich, ich glaube kaum, dass Leute jetzt sagen: "Ich setze Kinder in die Welt, wenn ich keinen Cent auf der Naht habe." Also, hoffentlich tun sie es nicht. Es gibt mit Sicherheit auch da Ausnahmen, aber hoffentlich nicht so wahnsinnig viele. Nur, es kann eben auch sein, dass es einem gut geht und durch äußere Umstände einem es einem nicht mehr gut geht. Krankheit oder Branchen brechen weg oder oder oder.
Niels Brabandt
Wir müssen jetzt schauen: Was können Sie tun, wenn Sie sagen: "Meine Führungskraft hat genau das Problem? Was muss hier implementiert werden?" Das Erste ist immer: Sie müssen Leute - und das kann über Seminare oder Coachings erfolgen oder schlichtweg über einfach Weiterentwicklung, auch persönlicher Natur - denn eins müssen wir ganz klar sagen: Es kam ja sofort eine Gegenargumentation auf: "Ja, der Milliardär hat ja nun keine Ahnung." Jim Ratcliffe ist im Umland von Manchester aufgewachsen, und der Vater war Teppichleger, und die Mutter hat in der Buchhaltung von einer Firma gearbeitet, zu Zeiten, wo der Mindestlohn in Großbritannien so niedrig war, dass man davon kaum überleben konnte. Also, keiner kann jetzt hier sagen: "Das hier ist das geborene Söhnchen, was die Million irgendwie per Erbschaft bekommen hat." Der hat sich schon hochgeschuftet, ohne Frage, und das mit extrem viel und extrem harter Arbeit. Und wenn dann Leute mit ihrer Neidkeule rauskommen und sagen: "Ja, da muss er halt 55 Prozent abgeben", da möchte ich in meiner Meinung auch klar sagen ... Moment. Da muss ich in meiner Meinung auch klar sagen: Das sollte er meiner Ansicht nach eben auch nicht tun. Denn logischerweise, gerade wenn Leute sich selber hocharbeiten, kann man nicht sagen: "Bisschen so ein Endliche wird mehr als die Hälfte, die am Ende abgenommen wird, verschiedenste Kanäle."
Niels Brabandt
So, das Erste ist aber immer Selbstreflexion. Und jetzt wichtig ist: Je länger es Ihnen irgendwo gut geht - und da kann sich keiner ausnehmen, ich auch nicht - je länger es einem irgendwo gut geht, desto eher verliert man den Blick dafür, wie es anderen Menschen geht oder wie es anderen Generationen geht. Das erinnert mich an die Diskussion, wo Leute immer wieder, auch letzte Woche wieder erlebt, wo Eltern ihren Kindern sagen: "Also, du, in deinem Alter hatte ich ja schon mein erstes Haus, ne? Also, warum wohnst du eigentlich noch zur Miete?" Und dann kriegt man eben sehr schnell auch barsche Antworten, weil die sagen: "Guck mal, was Häuser heute kosten, du Vogel. Tschüss."
Niels Brabandt
So. Und deswegen Selbstreflexion, einmal mit der Realität anderer Leute befassen. Dann wird man eben auch sehen: Ja, es gibt mit Sicherheit mit Migration und gerade auch mit Massenmigration große Probleme. Das steht außer Frage. Das ist wissenschaftlich auch belegt. Aber das darf nicht zur Pauschalierung führen und sagen: "Migration ist generell ein Problem. Wir brauchen keine Migration." In keinem einzigen Land ist die Geburtenrate so, dass irgendwas noch funktionieren würde, wenn wir sagen würden: "Migration geht auf null." Die meisten Länder industrialisierter Art haben Geburtenraten von ungefähr 1,2, 1,3, 1,4, mit Glück noch 1,5 oder 1,6, und selbst das ist schon extrem selten. Aber da müssen Sie mathematisch nicht hochbegabt sein. Wenn aus einem Paar zwei Menschen 1,6 werden, dann wird das schwierig mit einer umlagefinanzierten Finanzierung: Rente, Krankenversicherung oder irgendwas anderem. Und dann müssen Sie die Lücke schließen, zum Beispiel über Migration. Verschiedenste Kanäle, qualifizierte Migration oder auch Qualifikation, wo Sie sagen: "Da wird im Heimatland qualifiziert, danach kann man erst einwandern." Oder oder oder, aber ohne Migration funktioniert es nicht. Und wenn Sie jetzt sagen: "Doch", dann geben Sie bitte den wissenschaftlichen Beweis, weil ich weiß, dass garantiert bei dieser Folge wieder irgendjemand mir ins Postfach pöbeln wird irgendwo und sagen wird: "Ey, jetzt, außer du ..." Ja. Leg dich wieder hin. Leg dich wieder hin.
Niels Brabandt
Und nebenbei zum Kontext: Wenn Sie Brite sind, seien Sie bitte mal ein bisschen vorsichtig mit dem Wort "Colonization", mit der Kolonisierung. Denn gucken Sie bitte mal ins eigene Geschichtsbuch. Das deutsche Geschichtsbuch ist dunkel genug und das dunkelste dieses Planetens. Deswegen kann man auch da bei einigen Dingen mal vorsichtig sein, statt einfach rauszuhauen. Und bitte nicht anfangen mit: "Nein, war nicht meine Generation." Denn alles Positive von dem Reisepass, den man durch Geburtsrecht bekommen hat, alles Positive nimmt man ja gerne mit. Wenn man Deutscher ist, hart arbeitend, hohe Qualität, German Engineer, nimmt man ja gerne mit. Und die negativen Seiten kann man dann nicht weglassen. Nationalidentität ist ein Package, ein Paket. Es ist keine Selektionskultur, die hier praktiziert wird. Und wenn Sie halt britisch sind, werden die meisten sagen: "Oh, toller Humor, bestimmt sehr ungänglich." Das sind typische Stereotype, die es halt gibt. Wobei, es gibt nach Hoogreeve schon auch kulturelle Unterschiede, die ganz klar belegt sind. Dann können Sie halt nicht sagen: "Ja, Kolonisierung, das war ich ja nicht. Das lassen wir jetzt mal weg." Nein. Lassen wir nicht. Befassen Sie sich mit der Gesamtheit Ihrer nationalen Identität.
Niels Brabandt
Also, das heißt, Sie müssen ein Bewusstsein bekommen für das, was da draußen passiert. Wenn das Bewusstsein nicht da ist, dann wird es unglaublich schnell, unglaublich schwierig. Denn wenn Sie das nicht haben, dann ist es extrem schwierig, dass überhaupt noch irgendwas machbar ist, was nachher an Aussagen rauskommt, die nicht Ihrer Organisation schaden. Und wichtig ist, wenn Sie jetzt sagen, Sie sind eine größere Organisation, Sie haben eine Kommunikationsabteilung in größeren Organisationen. Und diese kommen ... Einige nennen es Communications oder Comms abgekürzt. Bitte immer diese professionelle Kommunikationsabteilung doch vorher mal konsultieren, sagen: "Hey, ich möchte diesen Punkt gerne rüberbringen. Wie ist das? Was ist denn das, wo ich jetzt was sagen kann? Das ist mein Punkt hier", ohne absichtlich oder unabsichtlich, hoffentlich unabsichtlich oder am besten gar nicht, der Organisation zu schaden. Deswegen professionelle Kommunikation. Wenn Sie das so machen, wie es hier geschildert wurde, dann werden Sie deutlich bessere Ergebnisse erzielen, und dann werden Sie auch beim nächsten Interview keinen Flurschaden an Ihrer Organisation hinterlassen. Und dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.
Niels Brabandt
Und wenn Sie jetzt sagen: "Oh, ja, hm, da habe ich aber noch mal ein paar Punkte, die ich gerne besprechen würde" ... Sehr gerne. Kontaktieren Sie mich gerne jederzeit. Also, wenn Sie gerade auf YouTube zuschauen, gerne ein Like dalassen, gerne den Kanal eben auch abonnieren, gerne auch einen Kommentar dalassen, gerne auch Reviews dalassen auf Apple Podcast oder Spotify, gerne fünf Sterne, vielen Dank auch dafür. Und gerne auch diesen Kanal, Videocast wie auch Podcast, entsprechend empfehlen im Bekanntschafts-, Freundes- und gesamten Wirkungskreis, online wie offline, Social Media, wo Sie mögen. Gerne können Sie mir auch auf Apple Podcast, Spotify folgen. Oder Sie gehen auf meine Webseite nb-networks.biz.
Niels Brabandt
Sie haben gesehen, wir haben den Kanal noch mal massiv ausgebaut. Wir haben jetzt ... Das war extrem viel Arbeit, weil immer wieder Leute sagen: "Mensch, kennst du eigentlich ein gutes Buch zu dem Thema oder ein gutes Buch zu dem Thema?" Wir haben jetzt sehr viele Autoren professionell gefunden, und wir haben den Kanal hier noch mal auch in Sachen Interviews noch mal deutlich erweitert, insbesondere den englischen Kanal. Gehen Sie da gerne drauf. Die Leute sprechen klares, gut verständliches Englisch. Von daher gerne auch da mal schauen. Wir bieten da noch mehr Inhalte als vorher jederzeit frei für Sie verfügbar. Gehen Sie auch gerne auf meine Webseite nb-networks.biz. Dann sehen Sie, was mein Business so entsprechend macht und wofür ich zur Verfügung stehe.
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Und wichtig ist, wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, ich hätte jetzt schon ein paar Punkte, aber die kann ich halt nicht in die Kommentarspalte schreiben" ... Schreiben Sie mir gerne E-Mail: nb@nb-networks.com. Freue ich mich jederzeit von Ihnen zu hören. Dann diskutieren wir da. Wenn Sie jetzt was sehr Konkretes haben, Sie sagen, Sie brauchen einen Trainer für Seminare, einen Speaker, Vorträge, Coaching, Mentoring, Beratung, Consulting oder Projekt-Interessen-Management, auch da können wir uns gerne unterhalten. Aber wenn Sie jetzt sagen: "Hey, möchten wir einfach locker unterhalten per Mail" ... Auch das jederzeit gerne. Freue mich da jederzeit von Ihnen entsprechend dann zu hören.
Niels Brabandt
Wenn Sie jetzt sagen: "Wo sind die Live-Sessions?" Ja, die haben wir. Erwähnen wir auch jedes Mal. Wir haben bald wieder eine. Wenn Sie einmal gehen auf expert.nb-networks.com, sobald Sie da draufgehen, dann ist ganz wichtig: Sie haben ... Sie müssen nur einmal Ihre E-Mail-Adresse eintragen. Sie erhalten nur eine einzige E-Mail jeden Mittwochmorgen, 100 Prozent Inhalt, garantiert werbefrei. Und ganz entscheidend dabei natürlich auch, wenn Sie jetzt sagen, dass Sie da gerne dabei sein möchten: Sie finden in dieser E-Mail, die Sie jeden Mittwochmorgen bekommen, vollen Zugang zu sämtlichen Artikeln und allen Podcasts über 400 auf Deutsch und auf Englisch. Und da ist auch immer drin Datum, Uhrzeit und der Zugangslink zum jeweiligen Expert, zum jeweiligen Live-Session-Expert, zur jeweiligen Live-Session, die wir dann dort haben. Das heißt, da müssen Sie sich auch gar nicht mehr groß anmelden. Wenn Sie die E-Mail haben, ist da der Link drin, können Sie jederzeit zu der Uhrzeit einfach mit dazukommen.
Niels Brabandt
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Niels Brabandt
Das Wichtigste ist aber immer das Letzte, was ich sage, nämlich: Anwenden, anwenden, anwenden von dem, was Sie gerade gehört haben. Denn nur wenn Sie anwenden, was Sie gehört haben, werden Sie die positiven Aspekte sehen, die auch Sie in Ihrer Organisation offensichtlich sehen möchten. Da wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung. Wenn Sie mich kontaktieren, jederzeit gerne. Ich beantworte jede Nachricht, bin 24 Stunden. Und zum Ende des Podcasts, genauso wie zum Ende des Videocasts, bleibt mir noch eins zu sagen, nämlich: Vielen Dank für Ihre Zeit.