#493 Motivation in der Führung: Warum Mythen Organisationen schwächen und Wissenschaft bessere Ergebnisse liefert | Artikel von Niels Brabandt
Motivation in der Führung: Warum Mythen Organisationen schwächen und Wissenschaft bessere Ergebnisse liefert
Von Niels Brabandt
Wenn Motivation zur Parole wird
Motivation gehört zu den Begriffen, die in Unternehmen häufig verwendet und selten sauber verstanden werden. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Polarisierung und öffentlicher Erregung greifen Führungskräfte schnell zu einfachen Erklärungen. Menschen seien nicht mehr hungrig genug. Teams müssten härter arbeiten. Organisationen hätten ihren Willen verloren. Das klingt entschlossen, ist aber häufig weder analytisch präzise noch wirksam.
In dieser Folge von Podcast und Videocast analysiert Niels Brabandt, warum Führung scheitert, wenn sie Motivation mit Vorwürfen verwechselt. Der Anlass ist bewusst zugespitzt: die öffentliche Reaktion auf das Ausscheiden Deutschlands gegen Paraguay und die anschließende Deutung, eine Fußballniederlage sei ein Symbol für den Niedergang eines Landes. Solche Reaktionen zeigen, wie schnell Führung, Medien und öffentliche Debatten in Muster abrutschen, die mehr mit Mythologie als mit evidenzbasierter Analyse zu tun haben.
Die zentrale Frage dieser Episode lautet daher: Was passiert, wenn Motivation Mythen folgt, anstatt Wissenschaft?
Das Problem der falschen Erzählung
Niels Brabandt greift in der Folge ein Zitat auf, das in Führungskreisen immer wieder unkritisch verwendet wird: Harte Zeiten formen starke Menschen, starke Menschen schaffen gute Zeiten, gute Zeiten formen schwache Menschen, schwache Menschen schaffen harte Zeiten. Der Satz wirkt plakativ, entschlossen und anschlussfähig für Menschen, die komplexe Probleme auf Charakterfragen reduzieren möchten. Genau darin liegt das Führungsproblem.
Denn wer mit solchen Formeln arbeitet, suggeriert, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder organisationale Entwicklungen seien primär das Ergebnis individueller Härte oder Schwäche. Diese Sichtweise ist bequem, weil sie Verantwortung scheinbar klar verteilt. Sie ist aber gefährlich, weil sie die tatsächlichen Einflussfaktoren ausblendet: Arbeitsbedingungen, Führungssysteme, Anreizstrukturen, Gesundheit, Qualifikation, Ressourcen, Vertrauen und psychologische Sicherheit.
Brabandt weist darauf hin, dass dieses Zitat häufig fälschlich antiken Denkern wie Platon oder Sokrates zugeschrieben wird. Die tatsächliche Herkunft liegt jedoch nicht in klassischer Philosophie, sondern in einem modernen apokalyptischen Roman. Für Führungskräfte ergibt sich daraus eine klare Lehre: Wer vor Mitarbeitenden zitiert, muss Quellen prüfen. Autorität entsteht nicht durch laute Behauptungen, sondern durch belegbare Relevanz.
Führung braucht Quellenkompetenz
In einer Zeit, in der Zitate, Studien und angebliche Forschungsergebnisse binnen Sekunden verbreitet werden, ist Quellenkompetenz eine zentrale Führungsfähigkeit. Ein Think Tank ist nicht automatisch Wissenschaft. Ein prägnanter Satz ist nicht automatisch wahr. Ein berühmter Name neben einem Zitat macht aus einer Behauptung keine Evidenz.
Niels Brabandt macht deutlich: Führung bedeutet, mehr Aufwand bei dem zu betreiben, was man sagt. Wer Mitarbeitende erreichen will, darf sich nicht auf Phrasen verlassen. Entscheidend ist, ob Aussagen sachlich korrekt, quellenkritisch geprüft und für die konkrete Zielgruppe relevant sind. Ein Motivationssatz kann in einem Konferenzsaal Applaus auslösen und in der operativen Realität völlig wirkungslos sein.
Gerade Entscheidungstragende im Business müssen deshalb unterscheiden: Geht es um belegbare Führung oder um Führungs-Ego? Wird ein Problem analysiert oder emotional überdeckt? Wird Verantwortung übernommen oder wird Schuld verteilt?
Warum härter arbeiten nicht automatisch mehr Produktivität bedeutet
Ein Kernmythos in vielen Organisationen lautet: Mehr Stunden führen automatisch zu mehr Leistung. Brabandt stellt diese Annahme infrage. Sie kann in bestimmten industriellen Kontexten mit linearen Produktionsprozessen begrenzt zutreffen, etwa wenn zusätzliche Zeit am Fließband unmittelbar zusätzliche Stückzahlen erzeugt. In wissensintensiven Organisationen, in komplexen Führungsstrukturen und in modernen Dienstleistungsumgebungen ist diese Logik jedoch häufig falsch.
Produktivität entsteht dort nicht allein durch Anwesenheit, sondern durch Klarheit, Priorisierung, Kompetenz, Energie, Zusammenarbeit und sinnvolle Rahmenbedingungen. Wer Menschen pauschal unterstellt, sie arbeiteten nicht hart genug, erzeugt selten Motivation. Häufig erzeugt er Abwehr, Misstrauen und innere Distanz.
Evidenzbasierte Führung fragt nicht zuerst, wie man Menschen stärker unter Druck setzt. Sie fragt, welche Bedingungen Leistung ermöglichen. Welche Ziele sind klar? Welche Ressourcen fehlen? Welche Prozesse blockieren Arbeit? Welche Führungshandlungen stärken Vertrauen? Welche Maßnahmen wirken wirklich auf Gesundheit, Motivation und Leistung?
Der aktuelle Bezug: Krankmeldung, Absentismus und politische Symbolik
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Debatte um die telefonische Krankmeldung. Brabandt verweist auf sein Interview mit Professor Dr. Volker Nürnberg, einem führenden Experten für Absentismusforschung. Die politische und wirtschaftliche Diskussion wird häufig moralisch geführt: Menschen würden zu leicht krankfeiern, deshalb müsse man die Hürden erhöhen. Doch eine solche Sichtweise bleibt unvollständig, wenn sie die Datenlage ignoriert.
Brabandt verweist auf die Aussage, dass nur ein kleiner Anteil der Krankmeldungen telefonischer Natur ist. Werden Beschäftigte ab dem ersten Krankheitstag wieder flächendeckend in Hausarztpraxen gedrängt, kann das System überlastet werden. Gleichzeitig entstehen Kosten, die am Ende Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen. Zudem kann aus einer kurzen Erkrankung leichter eine längere Krankschreibung werden, wenn der Arztbesuch ohnehin erfolgt und eine vollständige Auskurierung empfohlen wird.
Die Führungslektion dahinter ist grundsätzlicher: Wer Motivation über Verdacht organisiert, schwächt Vertrauen. Wer Gesundheitspolitik oder betriebliche Anwesenheitspolitik vor allem über Misstrauen steuert, riskiert Nebenwirkungen. Gute Führung arbeitet nicht mit pauschalen Unterstellungen, sondern mit Daten, Prävention und glaubwürdigen Maßnahmen.
Was Menschen tatsächlich motiviert
Motivation entsteht nicht durch rhetorischen Druck. Sie entsteht, wenn Menschen Sinn, Fairness, Kompetenz, Zugehörigkeit und konkreten Nutzen erkennen. Niels Brabandt fordert daher, Motivation konsequent vom Menschen her zu denken. Was treibt Menschen wirklich an? Welche innere Mission verbindet sie mit ihrer Arbeit? Welche Benefits sind für Mitarbeitende tatsächlich relevant? Welche Angebote machen Organisationen, die im Alltag spürbar sind?
Brabandt verweist auf den Befund, dass Unternehmen mit Gesundheitsmaßnahmen niedrigere Krankenstände haben können, sogar bei Mitarbeitenden, die diese Leistungen nicht aktiv nutzen. Das ist aus Führungssicht entscheidend. Menschen reagieren nicht nur auf die individuelle Nutzung eines Angebots. Sie reagieren auch auf das Signal: Diese Organisation kümmert sich. Dieses Signal kann Bindung, Verantwortungsgefühl und Teamorientierung stärken.
Der entscheidende Begriff lautet tangibler Mehrwert. Mitarbeitende müssen erkennen können, was eine Maßnahme mit ihrem Arbeitsalltag, ihrer Sicherheit, ihrer Entwicklung oder ihrer Zukunft zu tun hat. Abstrakte Appelle reichen nicht. Pauschale Härte reicht nicht. Was wirkt, ist die Verbindung aus glaubwürdiger Analyse, konkretem Nutzen und fairer Umsetzung.
Gegenseitiger Nutzen statt einseitiger Forderung
Brabandt formuliert einen zentralen Prüfstein für jede motivierende Führungsbotschaft: Ist der Nutzen einseitig oder beidseitig? Wenn Führung zusätzliche Leistung verlangt, ohne nachvollziehbar zu erklären, welchen Nutzen Mitarbeitende daraus ziehen, entsteht Widerstand. Wenn hingegen transparent belegt wird, dass ein gemeinsamer Einsatz Arbeitsplätze sichern, Zukunftsfähigkeit stärken oder reale Probleme lösen kann, steigt die Bereitschaft zur Mitwirkung.
Führungskräfte müssen daher konkret werden. Wer sagt, ein Arbeitsplatz sei gefährdet, muss das belegen können. Wer zusätzliche Arbeitszeit fordert, muss zeigen können, wie diese Arbeitszeit zur Sicherung, Verbesserung oder Transformation beiträgt. Wer Veränderung verlangt, muss erklären, warum die Veränderung notwendig ist und wie sie fair gestaltet wird.
Motivation ist kein Trick. Motivation ist auch kein Zitat an der Wand. Motivation ist die Konsequenz von Vertrauen, Klarheit, Relevanz und glaubwürdiger Führung.
Was Entscheidungstragende jetzt tun sollten
Für Entscheidungstragende im Business ergibt sich aus dieser Folge ein klarer Führungsauftrag. Erstens: Prüfen Sie Quellen, bevor Sie sie verwenden. Zweitens: Ersetzen Sie Mythen durch Evidenz. Drittens: Verwechseln Sie Anwesenheit nicht mit Produktivität. Viertens: Gestalten Sie Motivation nicht über Schuld, sondern über Sinn, Nutzen und Beteiligung. Fünftens: Messen Sie, welche Maßnahmen tatsächlich wirken.
Niels Brabandt zeigt in dieser Episode, dass moderne Führung nicht lauter werden muss, sondern genauer. Organisationen brauchen weniger Pseudowissenschaft und mehr Verantwortung. Weniger Parole und mehr Analyse. Weniger Vorwurf und mehr Systemverständnis.
Wer Motivation ernst nimmt, führt nicht über Härteformeln. Wer Motivation ernst nimmt, schafft Bedingungen, unter denen Menschen Leistung bringen können, ohne ihre Gesundheit, ihr Vertrauen oder ihre Würde zu verlieren.
Fazit: Wissenschaft schlägt Mythos
Diese Folge von Niels Brabandt ist ein Plädoyer für evidenzbasierte Führung. Sie richtet sich an Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer, HR-Verantwortliche, Geschäftsführungen und alle Entscheidungstragenden, die Motivation nicht als Bühnenrhetorik, sondern als Führungsaufgabe verstehen.
Motivation funktioniert nicht, weil Führungskräfte alte Sprüche wiederholen. Motivation funktioniert, wenn Führungskräfte die Realität ihrer Organisation verstehen, Daten ernst nehmen, Menschen respektieren und Nutzen fair verteilen. Genau dort beginnt nachhaltige Führung. Und genau dort endet der Mythos.
Niels Brabandt
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Mehr zu diesem Thema im dieswöchtigen Podcast und Videocast: mit Niels Brabandt: Videocast / Apple Podcasts / Spotify
Das Transkript zum Podcast und Videocast befindet sich unter diesem Artikel.
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Podcast und Videocast Transkript
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Motivation: Sie werden sich doch rund um die Uhr motiviert fühlen, oder nicht? Woran liegt das denn? Woran liegt es, dass es in Organisationen vielen Menschen so schwerfällt, andere Menschen zu motivieren? Und auch aus aktuellem Anlass müssen wir über Motivation jetzt sprechen. Und ich gebe einen ganz simplen Anlass: Ich hatte mir vorgenommen, den nicht zu thematisieren, aber es ging leider nicht anders, weil es wieder so präsent war auf sämtlichen Kanälen.
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Es ist ja kaum zu fassen: Wir haben ja ernsthafte Probleme im Land, denn das Hauptthema in der Geschäftswelt war ja über Nacht dann "Deutschland ist gegen Paraguay ausgeschieden". Nachdem man natürlich glaubte, dass außer Deutschland keiner Fußball spielen kann, war es dann so, dass überraschenderweise andere Länder es auch konnten. Und dann, sagen wir mal, kam noch ein Posting dazu vom Bundeskanzler, was nicht gerade übermäßig hilfreich war in der Diskussion.
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Wenn Menschen— ganz schnell, ganz schnell wurde gesagt: Der Grund ist ganz klar: Deutschland ist nicht mehr hungrig genug. Wir sind nicht mehr determiniert genug, wir sind nicht mehr angestrengt genug, wir arbeiten nicht hart genug. Und das zeigt sich überall: Die Nationalmannschaft, ein Sinnbild für den Niedergang des Landes. Es ging soweit, dass Wirtschaftsmagazine geschrieben haben und Tageszeitungen Headlines, also Schlagzeilen wie "Deutschland ist nicht mehr Deutschland" wegen einer Fußballmannschaft.
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Und hier muss ich ein Zitat bringen, was dort gebracht wurde, und das wurde an verschiedener Stelle gebracht. Und da müssen wir sehr klar darüber sprechen, denn es geht ja erst darum: Was passiert, wenn die Führung sich dann gewisser Hilfsmittel bedient? Und vor allen Dingen, wenn Motivation plötzlich wieder in den Bereich der Pseudowissenschaft abrutscht und dann sagt: Wir müssen halt härter arbeiten, wir müssen halt härter arbeiten, weil das tun wir ja angeblich alles nicht. Also: Was passiert, wenn Motivation Mythen folgt, anstatt Wissenschaft?
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Und jetzt geht es um das Zitat, worum es hier geht. Es gab ein Statement von mehreren Seiten, unter anderem natürlich auch wieder von gewissen Motivationsrednern aus gewissen Rednerverbänden, die auch ansonsten nicht mit weiter geistreichen Beiträgen in Erscheinung treten. Aber leider wurde das teilweise von der Wirtschaft dann kolportiert, ungeprüft. Ich zitiere: "Harte Zeiten formen starke Menschen, starke Menschen schaffen gute Zeiten." Das ist das halbe Zitat. Kurzer Blick ins deutsche Geschichtsbuch: "Starke Menschen schaffen gute Zeiten?" Würde ich jetzt mal ein dickes Fragezeichen hintersetzen.
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Das geht aber noch weiter: "Gute Zeiten formen schwache Menschen, schwache Menschen schaffen harte Zeiten." Also das heißt, man muss einfach kräftig hart sein. Das ist die Kerne. Und das wurde von Führungskräften vor Belegschaften dann zitiert. Und dann wurde dazu gesagt— das hat übrigens Plato gesagt. Es gab das mit verschiedenen Quellen. Einige meinten Plato, andere meinten Sokrates, andere haben verschiedene Menschen aus der Politik genommen, ohne zu prüfen, ob das stimmt. Und deswegen habe ich das Zitat mal genommen und habe überprüft, wo es herkommt. Und es war wirklich gar nicht so einfach zu finden.
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Das Buch stammt aus dem Roman, also einem Roman: "Those Who Remain", also auf Deutsch "Die, die übrig bleiben". Ein Buch aus dem Jahr 2015, des US-Autors Michael Hoff. Michael Hoff schreibt Apokalypse-Bücher und ist dem rechtskonservativen libertären Spektrum zuzurechnen. So etwas wird heute vor Belegschaften zitiert. Und wenn Sie solche Aussagen bringen, wundern Sie sich, warum eventuell Menschen Ihnen nicht so sehr folgen.
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Also erstens: Wenn Sie irgendwas sagen, bitte, wenn Sie zitieren, überprüfen Sie immer die Quelle. Und bei Quellen bitte auch prüfen: Nur weil da steht "Think Tank", muss es nicht automatisch Wissenschaft sein. Nur weil da irgendein Name neben steht, muss es nicht heutzutage irgendwo relevant sein. Wenn irgendjemand nochmal vor Mitarbeitenden sagt: "Tue etwas, was du liebst, und du wirst nie wieder arbeiten müssen"— das sagte schon Konfuzius— dann können Leute auf der Stahlhütte Ihnen sagen: Wie oft musste Konfuzius in der Stahlhütte arbeiten? Nullmal, glaube ich. Danke für das Gespräch. Also die Quelle muss relevant sein für die Person. Denn ansonsten sprechen wir nur über eins, nämlich über Führungs-Ego. Und Führungs-Ego war jetzt gerade wieder, nachdem eine Fußballmannschaft ausgeschieden ist, übermäßig vertreten.
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Wenn man sich die Faktenlage hingegen mal anschaut, dann ist die Wissenschaft sehr schnell da. Sie werden auf dem deutschen Kanal hier auch gesehen haben: Ich habe zuletzt, gerade noch am Freitag, Professor Dr. Volker Nürnberg, den deutschlandweit führenden Experten zum Thema Absentismusforschung interviewt. Denn wenn Wissenschaft nicht gefolgt wird, dann kommen solche Dinge raus. Und zur Info: Ich bin selber Unternehmer, ich bin selbstständig, ich bin Liberaler. Und bei den Liberalen sind die Konservativen die ersten Koalitionspartner. Wenn plötzlich Leute sich hinstellen und sagen: Wir schaffen die Krankmeldung per Telefon ab, denn wir arbeiten halt nicht genug, dann wird erstmal der gesamten Bevölkerung unterstellt: Alle feiern hier krank. Und ja, es gibt Themen mit Krankfeiern, die es übrigens überall gibt.
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Gucken wir hingegen in die Zahlen— und das können Sie dem Interview unbedingt anhören, das Interview mit Professor Dr. Volker Nürnberg, auch ein großartiger Redner für jede Konferenz, der wirklich Ihre Unternehmung nach vorne bringt— wenn Sie dann in die Zahlen schauen: 4 % der Krankmeldungen sind telefonischer Natur. Und wenn Sie jetzt sagen: Alle müssen ab dem ersten Tag zum Hausarzt, dann sind die Hausarztpraxen vollkommen überlaufen. Und nebenbei, zur Info: Hausärzte bekommen Krankenkassenprämien für den Kundenkontakt, und zwar pro Quartal. Wenn also jetzt plötzlich alle ab dem ersten Tag immer zu Hausärzten gehen, werden die Kosten explodieren. Wer zahlt die Kosten für die Krankenkassen? Zur Hälfte Arbeitgebende, zur Hälfte Arbeitnehmende. Das heißt, alle haben am Ende weniger netto, und niemand ist produktiver geworden. Denn es kommt noch eins dazu: Die Hausärzteschaft, das wird natürlich niemand einräumen, aber auch die müssen
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eine Praxis führen, die am Ende rentabel ist. Die werden halt sagen: Ich bekomme ja nur einmal Geld pro Quartal. Jetzt hat jemand hier Husten, ich werde ja nicht Montag sagen: Komm mal Mittwoch wieder, und dann gucken wir mal, ob du noch Husten hast. Oder: Komm mal morgen wieder, ob du noch hustest. Die werden halt sagen: Es ist Montag, wissen Sie was, machen Sie die Woche mal schön auskuriert, schönen Tag noch. Und dann wird ganz schnell aus 1-2 Tagen krank, 5 Tage krank. Deswegen entweder— das hat ja auch Professor Dr. Volker Nürnberg gesagt— entweder tut es sich gar nicht, oder die Krankenstände gehen hoch.
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Wenn wir weiterhin Führungskräfte haben, die glauben, Motivation funktioniert durch Vorwerfen und durch pseudowissenschaftliche oder unwissenschaftliche Meinung, dann werden wir immer größere Probleme bekommen. Und wenn irgendwas geschrieben wurde: Überprüfen Sie bitte immer, von wem ist das Ganze. Denn Führungskräfte müssen einfach wissen: Führung heißt auch, mehr Aufwand zu betreiben, bei dem, was man sagt. Nur weil ich der Ansicht bin, dass man härter arbeiten muss und angeblicher Mehrstunden automatisch mehr Produktivität sind, dann ist die erste Frage: Arbeiten die Leute bei Ihnen am Fließband, wo automatisch, wenn die 2 Stunden mehr dastehen, mehr Stück rauskommen? Und wenn die Antwort darauf nein ist, dann wird es schon mal ganz, ganz eng zu sagen, dass automatisch mehr Stunden mehr Produktivität sind. Und trotzdem ist dieser Mythos nicht totzubekommen.
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Sie müssen sich bei Motivation— jetzt geht es ja darum: Wie setzen wir das Ganze um, damit es besser wird?— fokussieren Sie sich auf die Menschen. Was ist die innere Mission? Was treibt Leute wirklich an? Was sind echte Mitarbeitenden-Benefits? Was mögen Leute wirklich bei der Arbeit? Was für Angebote machen Sie? Das hat ja auch wieder Professor Dr. Volker Nürnberg gesagt: Unternehmen, die Gesundheitsmaßnahmen anbieten, haben einen niedrigeren Krankenstand, sogar bei den Mitarbeitenden, die diese Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Weil die Mitarbeitenden sich dem Team verpflichtet fühlen. Weil die Mitarbeitenden sagen: Hier kümmert sich jemand. Weil die Mitarbeitenden sich schlecht fühlen, wenn die sagen: Ich hätte ja jetzt— aber ich habe es ja nicht in Anspruch genommen. Und dann kommen die halt trotzdem zur Arbeit. Deswegen: Man soll nicht krank zur Arbeit kommen. Ganz wichtig hier. Aber die Implementierung muss immer anhand der Menschen sein, mit tangiblen Mehrwerten. Und tangibel heißt, dass die Menschen es für sich in Bezug setzen können.
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Wenn Sie den Leuten sagen: Wir haben hier wackelnde Arbeitsplätze, und ich kann klar belegen, dass die Arbeitsplätze hier wegfallen. Und ich kann Ihnen garantieren: Wenn wir alle 30 Minuten mehr die Woche arbeiten, dass die Arbeitsplätze hier auf 2, 3 oder 5 Jahre fest sind, dann kann ich Ihnen sagen, dann werden Leute das tun. Es sei denn, es kommt raus: Sie haben sich das gerade ausgedacht, und Sie wollten nur die Ertragslage steigern. Denn wichtig ist immer: Leute werden am Ende immer sagen: Wenn der Nutzen einseitig ist, dann mache ich es nicht. Wenn der Nutzen hingegen beidseitig ist und wenn Wissenschaft gefolgt wird, wenn belegbare Dinge passieren, dann wird ein Nutzen für alle Seiten entstehen. Und dann wird es auch in Ihrer Organisation deutlich besser laufen. Und ich wünsche Ihnen jetzt viel Erfolg, das in Ihrer Organisation umzusetzen. Und wenn Sie jetzt sagen: Oh, puh, da muss ich jetzt doch ein paar Fragen— Sehr gerne. Kontaktieren Sie mich jederzeit gerne.
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Also, wenn Sie gerade auf YouTube zuschauen: Gerne ein Like dalassen, gerne auch den Kanal abonnieren, gerne auch Kommentare dalassen. Ich freue mich jederzeit über Diskussionen. Gerne auch entsprechend, wenn Sie auf Apple Podcasts oder Spotify zuhören, gerne ein Review dalassen, 5 Sterne. Ich freue mich da jederzeit. Vielen Dank hier auch für die letzten Wochen. Gerne auch den Kanal entsprechend weiterempfehlen. Wir haben jetzt wieder— das haben einige auf LinkedIn gesehen— wir sind Top 100 geworden in Indien, wo Millionen Podcasts sind. Wir sind Top 170 mittlerweile in den USA, was der absolut umkämpfteste Markt, was Podcasts angeht. Also von daher entsprechend vielen, vielen Dank hierfür. Also gerne die Weiterempfehlung auch weiterhin vorantreiben. Freundschafts-, Bekanntschafts- und Kollegenschaftskreis: Gerne mal posten, online, offline, egal wo. Ich
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freue mich hier jederzeit. Die Führungstipps gehen weiter. Wir haben weiterhin YouTube Shorts. Von daher entsprechend gerne auch die YouTube Shorts dann entsprechend— YouTube Shorts heißt: Sie gehen auf den YouTube-Kanal, da finden Sie ganz kurze Videos. Deswegen: Es lohnt sich, den Kanal nicht zu abonnieren. Setzen Sie die kleine Glocke, dann bekommen Sie einen kurzen Hinweis, sobald wir was Neues online haben. Wir haben weiterhin Führungstipps mit wirklich renommierten Menschen mit Expertise, die handverlesen hier sind. Also, wie Sie sehen, ich stecke da viel Arbeit rein, freue mich da, wenn das wertgeschätzt wird. Vielen Dank auch dafür.
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Live-Sessions übrigens haben wir auch. Allerdings gibt es die ausschließlich und nur über unseren Leadership Letter. Wenn Sie einmal gehen auf expert.nb-networks.com, können Sie sich da entsprechend eintragen. Keine Sorge, es gibt nur eine einzige Mail, jeden Mittwochmorgen, 100 % Inhalt, garantiert werbefrei. Und wichtig ist: Es gibt wirklich nur Inhalte, und nur dort steht Datum, Uhrzeit und der Link für die jeweilige Live-Session. Wenn Sie jetzt sagen, Sie hätten gerne Live-Session, aber eher mal so eine Viertelstunde firmenintern— schreiben Sie mir gerne eine Mail, dann kriegen wir das entsprechend hin. Aber wichtig ist: Alles hierüber, der Zugang zu sämtlichen Podcasts, Videocasts, Artikeln über 500 in jeder Sprache, auf Deutsch und auf Englisch, finden Sie nur darüber. Deswegen: Der Leadership Letter lohnt sich wirklich, weil es ist keine Werbung, es ist wirklich nur Inhalt. Und logischerweise können Sie mir auch gerne auf Social Media folgen. Vernetzen Sie sich mit mir auf LinkedIn. Sie können mir auch gerne ein Like dalassen auf Facebook, oder Sie folgen mir auf Instagram. Gerne auch den YouTube-Kanal abonnieren.
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Zum Ende des Podcasts, genauso wie zum Ende des Videocasts, bleibt nur noch wenig zu sagen. Erstens: Wenn Sie mich kontaktieren, ich beantworte jede Nachricht binnen 24 Stunden. Also von daher: jederzeit gerne. Zweitens: Anwenden, anwenden, anwenden. Denn drittens: Sie werden nur die positiven Veränderungen sehen, wenn Sie das anwenden, was Sie hier entsprechend heute gelernt haben. Dabei wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Erfolg. Und für den heutigen Podcast genauso wie den heutigen Videocast bleibt mir am Ende wie immer noch eins zu sagen, nämlich: Vielen Dank für Ihre Zeit.