#504 Die Möglichkeiten und Risiken von Reiserichtlinien - ein Artikel von Niels Brabandt

Die Nacht, die zählt: Was gute Reiserichtlinien über Führung verraten

Stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter muss geschäftlich reisen. Was denken Sie in diesem Moment? Vermutlich teilt sich in diesem Augenblick bereits das Publikum: Die einen sagen, warum nicht, das gehört dazu. Die anderen denken sofort an Buchungssoftware, an Anträge, an die Frage, ob es innerhalb oder außerhalb der Richtlinie liegt, an fehlende Zimmer und an anderthalb Stunden Anfahrt pro Richtung. Genau deshalb lohnt sich heute ein nüchterner Blick auf ein Thema, das in fast jeder Organisation für Reibung sorgt: die Möglichkeiten, die eine gute Reiserichtlinie bietet, und die Risiken, die eine schlechte Reiserichtlinie erzeugt.

 

Warum es Reiserichtlinien überhaupt gibt

Es ist wieder Messesaison. Wenn diese Folge erscheint, eröffnet Niels Brabandt an drei Tagen in Folge die Zukunft Personal in Köln, Deutschlands größte Veranstaltung für Personalerinnen und Personaler, als Redner des HR Roundtable, Deutschlands größtem Netzwerk von Personalern für Personaler. Reisen findet also weiterhin statt, die eigentliche Frage ist, wie und unter welchen Bedingungen. Wer jetzt fordert, man solle wieder wie früher jedem seine eigene Buchung überlassen, blendet aus, warum diese Freiheit seinerzeit abgeschafft wurde. Es gab gute Gründe: informelle Netzwerke, überzogene Ausgaben, Buchungen, die eher dem eigenen Komfort als dem Interesse der Organisation dienten. Reiserichtlinien sind deshalb kein Misstrauensvotum gegen Mitarbeitende, sondern eine notwendige Antwort auf reale Erfahrungen der Vergangenheit.

 

Kategorien statt Gleichmacherei

Jede gute Reiserichtlinie kennt Kategorien, und das aus gutem Grund. Eine Führungskraft, die fünfzig, hundert oder zweihundert Tage im Jahr unterwegs ist, trägt eine andere Belastung als jemand, der alle zwei Monate für eine Nacht reist. Wer daraus ableitet, der Vorstand dürfe deshalb grundsätzlich in der Präsidentensuite übernachten, irrt gleich doppelt: Erstens gibt es diese Suiten in der Praxis kaum noch in nennenswertem Umfang, zweitens hat eine Ausnahme, wenn sie vorkommt, meist einen ganz pragmatischen Grund, etwa ein vertrauliches Coaching-Gespräch vor einem wichtigen Auslandstermin, das aus Diskretionsgründen nicht in einem von außen einsehbaren Besprechungsraum stattfinden kann und in einer Suite am Ende sogar günstiger ist als ein separat gebuchter Meetingraum. Auch der Anlass selbst zählt: Eine dreitägige Messe mit Aufstehen um fünf Uhr morgens und Kundenterminen bis nach Mitternacht ist etwas grundsätzlich anderes als eine einzelne Reise zu einem Meeting. Wer beides über einen Kamm schert, wird beiden Situationen nicht gerecht.

 

Der Mythos vom guten Bett

Der teuerste Irrtum in der Reisekostenplanung ist die Annahme, Erholung stelle sich automatisch ein, sobald jemand irgendwo liegt. Wer Mitarbeitende aus reinen Kostengründen von Köln nach Düsseldorf oder Frankfurt verlegt, weil dort während der Messewoche die Zimmerpreise niedriger sind, spart auf dem Papier und verliert in der Praxis. Wer täglich eineinhalb Stunden pro Richtung pendelt, wird abends keine Kundenveranstaltung mehr wahrnehmen, sondern so früh wie möglich ins Bett wollen. Die Mitarbeitenden werden anschließend intern berichten, alles sei wunderbar gelaufen, tatsächlich haben sie sich dem eigentlichen Zweck der Reise entzogen, weil ihnen schlicht die Kraft dafür fehlte. Das ist menschlich vollkommen nachvollziehbar und zugleich teuer, weil genau die Kundenbindung verloren geht, für die man ursprünglich gereist ist.

 

Realität schlägt Tabelle

Eine Reiserichtlinie muss die tatsächliche Realität der jeweiligen Stadt und des jeweiligen Anlasses widerspiegeln, nicht eine bequeme Durchschnittszahl. Ein Zimmerpreis, der in Hannover angemessen ist, ist es in London oder New York nicht, und ein Preis, der außerhalb der Messewoche angemessen ist, ist es während der Messewoche nicht. Niels Brabandts eigene Reiserichtlinie sieht als Richtwert 150 Euro pro Nacht vor, mit oder ohne Frühstück, das darf jede und jeder selbst entscheiden. Während der Zukunft Personal in Köln ist diese Grenze bewusst aufgehoben, sodass er selbst dort deutlich über 300 Euro pro Nacht zahlt, weil die Zimmerpreise in der Messewoche naturgemäß steigen und die Nähe zum Veranstaltungsort über frühe Anreise und späte Kundentermine entscheidet. Auch die öffentliche Hand liefert ein warnendes Beispiel: Wer von IT-Sicherheitsexpertinnen und -experten verlangt, quer durchs Land zu reisen, ihnen aber schon bei achtzig Euro pro Nacht eine Grundsatzdebatte liefert, wird genau die Reisebereitschaft verlieren, auf die die eigene Sicherheitsstrategie angewiesen ist. Compliance ist wichtig und richtig, darf aber niemals zur Ausrede werden, mit der Führungskräfte sich ihrer Verantwortung entziehen, den jeweiligen Kontext zu bewerten.

 

Die Inbezugsetzbarkeit: Jede Entscheidung sendet eine Botschaft

Der entscheidende Begriff heißt Inbezugsetzbarkeit: Können die betroffenen Mitarbeitenden nachvollziehen, warum eine Entscheidung so getroffen wurde, wie sie getroffen wurde? Wenn eine Organisation wirtschaftlich unter Druck steht und offen kommuniziert, dass deshalb ein einfaches Hotel am Kölner Hauptbahnhof gebucht wird, verstehen die meisten Mitarbeitenden das sofort, weil sie den eigenen Arbeitsplatz sichern wollen. Wenn dieselbe Organisation aber gerade sehr gut verdient und trotzdem ein Zwei-Sterne-Hotel am Flughafen mit Regionalzug-Anbindung bucht, kippt die Stimmung sofort: Dann geht es aus Sicht der Belegschaft nur noch um Gewinnmaximierung, von der die Mitarbeitenden selbst nichts abbekommen. Genauso zerstörerisch wirkt es, wenn Führungskräfte ihren Teams die zweite Klasse mit Zugbindung verordnen, während sie selbst chauffiert werden. Eine solche Lücke ist für Mitarbeitende nicht verhandelbar und delegitimiert die eigene Führungsrolle auf sozialer Ebene, ganz unabhängig davon, wie gut die übrige Kommunikation im Unternehmen sonst ist.

 

Was gute Führung jetzt tun sollte

Wer eine Reiserichtlinie gestalten möchte, sollte mit der Realität beginnen, nicht mit einer Tabelle: Welcher Anlass steht an, welche Belastung bringt er mit sich, und wie hoch sind die tatsächlichen Preise vor Ort? Kategorien sind notwendig und legitim, solange sie transparent begründet sind. Und jede einzelne Entscheidung sollte sich die Frage gefallen lassen, welche Botschaft sie an die eigenen Mitarbeitenden sendet. Wer bewusst entscheidet, dass niemand reisen soll, darf das offen aussprechen, statt es hinter schlechten Hotelverträgen zu verstecken. Wer aber will, dass Mitarbeitende gerne reisen, sollte auch dafür sorgen, dass sie in der jeweiligen Situation nachvollziehen können, warum die Reiserichtlinie so gestaltet ist, wie sie gestaltet ist.

 

Niels Brabandt

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Podcast und Videocast Transkript

 

Niels Brabandt EMBA MBA MSc

Würde ich Bürg mal mal eine Geschäftsreise machen. So, welcher Gedanke passiert jetzt bei Ihnen im Kopf? Und wahrscheinlich trennt sich jetzt schon gerade die gesamte Zuhörerschaft. Die einen werden sagen: "Och na ja, warum nicht?" Die anderen sagen: "Ist okay, kann man machen." Und andere werden: "Och bitte nein, dann müssen wir in diese Software" und dann gibt es wieder diese Richtlinie, und dann gibt es innerhalb der Richtlinie und außerhalb, und dann haben wir Messe, und dann ist es wieder alles außerhalb, und dann muss ich es beantragen, und dann dauert es ewig, und dann dauert es zu lange, und dann habe ich kein Zimmer, und dann muss ich anderthalb Stunden reisen, pro Richtung, und, und, und. Und deswegen müssen wir heute über eins mal ganz klar sprechen: nämlich die Möglichkeiten, die eben solche Reiserichtlinien bieten, aber eben auch die Risiken, die solche Reiserichtlinien bieten.

Denn: Es ist wieder Messesaison, wir haben jetzt diese Woche, wenn dieser Podcast erscheint, bin ich gerade auf der Zukunft Personal, wo ich wieder an allen drei Tagen Deutschlands größtes Personalernetzwerk eröffne, HR Roundtable, Deutschlands größtes Netzwerk von Personalern für Personaler, wo ich dankenswerterweise wieder als Redner zur Eröffnung gebucht bin. Wichtig, wichtig, wichtig: Es wird gereist, die Frage ist: Wie und unter welchen Umständen? Und deswegen ist heute unser Thema die Möglichkeiten und Risiken von Reiserichtlinien. Entscheidend hierbei ist erst mal eins, und das muss am Anfang auch sehr klar adressiert werden. Wenn Leute halt sagen: "Wir sollen es so machen wie früher, jeder macht halt sein's", es gibt gute Gründe, warum das nicht so ist. Es gibt gute Gründe, warum wir in der Situation sind, in der wir sind. Weil es eben gewisse Netzwerke gab, weil geklüngelt wurde, weil zu viel Geld ausgegeben wurde.

Es gibt gute Gründe für Reiserichtlinien. Meine Organisation hat auch eine Reiserichtlinie, die mit Sicherheit großzügiger ist als die von anderen, aber klar ist halt eben auch, dass, wenn Sie jetzt sagen, Sie möchten eine Reiserichtlinie haben, dass Sie dann, je größer die Organisation ist, eben auch die Regeln ein bisschen diffuser zusammenstreichen möchten, damit es irgendwie eine Regel gibt, die für alle einigermaßen passt. Grundsatz ist erst mal einmal eins: Was für ein Event ist denn die Grundlage? Also mal ein Beispiel: Würde ich jetzt zur Zukunft Personal nach Köln fahren, wo ich weiß, es ist drei Tage Messe, tendenziell 5 Uhr morgens aufstehen, tendenziell 1 Uhr nachts im Bett mit Kundenevents, pipapo. Dann ist es bei mir noch so: Ich fahre am letzten Tag direkt von Köln nach Amsterdam weiter, und da wird in Amsterdam auch bis Sonntag durchgearbeitet. Das ist dann schon auch nicht so ganz ohne. Das ist ein himmelweiter Unterschied, als wenn jemand sagen würde: "Ich reise halt für ein Meeting irgendwohin."

Also eins müssen wir ja ganz klar sagen: Diese typischen Reisen für ein Meeting mal sind ja auch so ein bisschen vorbei, weil heute gesagt wird, da kann man sehr viel online machen. Entscheidend ist aber auch eins, und das müssen wir sehr klar adressieren, weil es kommt natürlich sofort und sehr schnell immer wieder der Satz: "Ja, es ist ja für die operative Ebene, muss es Pension Erna sein, und die Vorstände sitzen wieder in irgendwelchen Fünf-Sterne-Hotels." Es gibt, und das müssen wir auch einfach ganz klar sagen, Kategorien. Jede gute Reiserichtlinie hat Kategorien. Und es ist nun mal so, dass, wenn Sie als Führungskraft oft unterwegs sind, eventuell 50, 100, 200 Tage, und ich reise sehr viel jedes Jahr, dann haben Sie eine andere Belastung, als wenn Sie jetzt sagen, Sie haben ab und zu mal zwei Tage irgendwo eine Übernachtung. Jeden zweiten Monat. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

Bitte anerkennen, dass es diese Unterschiede gibt, und die gibt es aus guten Gründen. Wenn Leute sagen, wenn der Vorstand die Präsidenten-Suite haben darf, dann dürfen es alle haben. Das ist Unsinn. Und nebenbei: Ich kenne auch mittlerweile keine Firma mehr, die Vorständen in epischer Breite Präsidenten-Suiten bietet. Das ist mittlerweile längst nicht mehr der Fall. Es gibt natürlich Suiten, die haben meistens einen Grund, nämlich einen Grund, dass man eben auch Meetings haben möchte, die nicht in einem Meetingraum an der Straße stattfinden können, weil sie vertraulich sind. Da hat man dann ein getrenntes Zimmer, wo geschlafen wird, und einen Meetingraum im Vorraum.

Das gibt es. Und ich habe auch schon Trainings. Einfaches Beispiel: Ich hatte einmal, bevor ich nach New York fliege, noch ein Coaching. Das musste unbedingt vorher stattfinden und nur vor Ort. Es ging nicht online wegen der Vertraulichkeit. Und da war es so: Da war ich im Sofitel, direkt am Direktizhof, und da habe ich eine Suite genommen, weil diese Suite schlichtweg einfach a) günstiger war, als hätte ich ein Meetingraum genommen, und b) der Meetingraum eben auch von außen einsehbar war und daher keine Option. Das ist ein ganz pragmatischer Grund.

Deswegen: Bei Kategorien bitte nicht pauschalieren. Entscheidend ist aber eben auch eins: Wenn Sie jetzt sagen, Ihre Leute, wenn Sie jetzt sagen: "Fahr dahin für ein Meeting, und du musst übernachten, weil es gibt keinen Flug, keine Bahn, keine reasonable Autoroute mehr mit den Lenk- und Arbeitszeiten zurück", dann müssen Leute auch eine gewisse Erholung haben, und die ist unterschiedlich, ob Sie ein Meeting haben oder drei Tage Messe. Der Faktor der Erholung ist entscheidend. Ich gebe Ihnen mal ein Beispiel: Wenn wir jetzt Messe die nächsten drei Tage haben, dann werden Sie ja sagen: "Na ja, Kundenevents, ne." Also, wenn die Kunden jetzt noch ob den Zwutsch gehen wollen, einmal hier durch Köln schön mitgehen, ne, also schön die Kunden hier gut bedienen. Denn wir wollen ja auch ein gutes Verhältnis haben, ja. Aber glauben Sie mir: Es gibt auch dieses Jahr wieder Firmen, und ich habe auch dieses Jahr wieder mit Leuten gesprochen, die mir gesagt haben, aufgrund der aktuellen Situation, und ja, Köln ist natürlich auch einfach messeseitig teuer, aufgrund der Situation sagen dann Leute: "Na ja, so wie es jetzt gerade halt ist, ist es uns zu teuer, daher fahren Sie bis nach Düsseldorf, bis nach Frankfurt."

Dann fahren Leute eine Stunde, anderthalb, jeden Tag hin und zurück. Glauben Sie mir, die werden mit Kunden abends gar nichts machen, weil die halt schlichtweg sagen: "Das ist mir dann zu viel Stress." Und das ist vollkommen nachvollziehbar. Und das führt halt auch zu gewissen Problemen. Erst mal ist eins ein großes Problem, nämlich dass Leute immer glauben, in der Theorie: Erholung passiert von selbst. Wenn Sie irgendwo in einem Bett liegen, dann wird schon irgendeine Erholung passieren. Und ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, und ich habe auch als Freiberufler, der seine Altersvorsorge selber zusammenkratzen und sparen muss, habe lange Zeit mir sehr, sehr günstige Hotels gegönnt, und jetzt mittlerweile sage ich halt: Es ist mittlerweile an der Zeit, dass es eben doch— und ich rede hier nicht über das Ritz-Carlton, ich rede über Novotel oder Merkur.

Ich bin— also, das sind reine Markenbeispiele. Ich bin mit der Akkordkette sehr, sehr verbunden, früher war ich bei der IHG, gut, da gibt es tausend Anbietende, nehmen Sie, wen Sie möchten. Aber klar ist einfach: Die Theorie von irgendwo im Bett liegen ist automatisch eine Erholung, ist schlichtweg falsch.

Wenn Leute weit fahren müssen, um in Industriegebieten und irgendwo in abgelegenen Flughäfen in Hotels zu gehen, wo sie normalerweise nicht tot über den Zaun hängen wollen, dann ist das keine Erholung. Und wenn dann jemand kommt: "Ja, aber Compliance sagt das"— zur Info: Mit der Compliance-Abteilung kann man reden. Auch bei mir gibt es eine Reiserichtlinie. Ich sage Ihnen ganz klar, ich nenne jetzt mal das Beispiel hier: Wir sagen unseren Mitarbeitenden, Zielgröße ist pro Übernachtung nicht über 150 Euro, mit oder ohne Frühstück kann jeder selbst entscheiden, aber 150 Euro ist die Messlatte. Und natürlich ist diese Reiserichtlinie während der Messe aufgehoben, logischerweise. Denn wenn die Köln-Messe rumsbums voll ist, Überraschung, Überraschung, dann kostet es einen Taler mehr. Wer hätte das jetzt ge—

Und wenn ich sehe, was in der öffentlichen Hand passiert: Wir wollen, dass Leute IT-Infrastruktur sicher gegen Hacking-Angriffe machen, die reisen durch die Nation, und dann wird gesagt: "Oh, 80 Euro, das ist aber ganz schön happig." Ich habe ein Interesse daran. Und natürlich geht es um Steuergeld, das weiß ich selber auch. Aber ich habe ein Interesse, dass Menschen in der öffentlichen Hand gute Arbeit machen. Und die werden nicht reisen, wenn sie um 4 Uhr morgens aufstehen müssen, ihre Familie hinter sich lassen müssen. Die werden nicht reisen, wenn sie Freitag erst um 22 Uhr zurück sind, ohne einen Müdenset extra zu bekommen. Die werden nicht reisen, wenn sie in Pension Erna unterkommen. Und das muss doch mal gesehen werden.

Deswegen: Compliance ist wichtig, aber Compliance darf nicht zum Vehikel werden, dass Führungskräfte sich ihrer Verantwortung entledigen, dass sie eventuell mal reasonable im Kontext sehen müssen, was jetzt hier richtig oder falsch ist. Denn die Kosten, die Sie ansonsten haben, wenn die Reiserichtlinie daneben greift, sind deutlich, deutlich höher. In der Sekunde, wo Leute einmal sagen: "Du bei Reisen kannst mit dem Pukkel runterrutschen, da brauchst du mir nicht mehr ankommen." Dann war es das erst mal.

Und deswegen ist die Frage jetzt: Wie wird das Ganze gut gemacht? Wie implementieren wir eine gute Reiserichtlinie? Das Erste ist immer, und damit fangen wir immer an: Immer die Realität prüfen. Die Realität ist unterschiedlich. Jetzt, während ich das hier aufnehme, bin ich gerade in London. Ich bin hier im Novotel in London Hammersmith. Das ist kein Luxushotel, aber es ist ein Vier-Sterne-Hotel, weil hier eine Konferenz unten ist und ich im selben Hotel entsprechend auch untergekommen bin. Und deswegen ist wichtig bei der Implementierung: Die Realität ist immer mit zu berücksichtigen.

Das heißt, wenn Sie sagen: "Wir haben Hotels in Hannover, wir haben Hotels in Berlin, wir haben Hotels in Amsterdam, in Paris, in London, in New York"— ich war jetzt selber gerade in New York, und da zahle ich völlig andere Sätze. Sie können halt nicht sagen: "Hier sind 80 Euro, weil in Berlin kriegt man für 80 Euro noch irgendwas" oder in Hannover: "Das ziehen wir jetzt über ganz Europa." Dann werden Leute nicht mehr reisen. Dann werden die einen Grund finden, warum sie nicht reisen müssen oder reisen wollen. Die Realität ist immer zu sehen. Und deswegen ist auch wichtig: Die Realität heißt, Hotelpreise passen sich an. Eine Reiserichtlinie muss jahreweise geupdatet werden. Und vor allen Dingen: Wenn Sie jetzt Rahmenverträge mit Hotels haben, können Sie ja auch genau sehen, wohin sich die Preislage entwickelt.

Denn eins gibt es eben immer, und das nennt sich die Inbezugsetzbarkeit. Kann eine Person, die Sie führen, noch in Bezug setzen, was dort passiert? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, die Wirtschaft ist eng, es geht uns nicht gut, du siehst, die Aufträge sind echt nicht da, tut mir leid, es muss in Köln jetzt ein Ibis am Hauptbahnhof sein, es geht eben nicht anders, es ist nur das drin"— dann werden Leute sagen: "Du, das verstehe ich." Ja, weil ich möchte ja auch meinen Job behalten. Wenn Sie aber jetzt sagen: "Meine Güte, läuft das gut, und die Messe, da haben wir wieder Re— da haben wir aus der ganz— da haben wir vom obersten Regal abgegriffen und ganz großen Schluck aus der Pulle genommen: "Ach so, ja, du bist übrigens in Frankfurt, da gibt es so ein schönes, so ein schönes Choice-Hotel am Flughafen, so ein Zwei-Sterne-Ding, da haben wir dich unter— aber es fährt auch ein direkter Zug dahin, kannst den Regionalzug nehmen, IC ist ein bisschen teurer." Dann werden Leute sagen: "Du, mich auch, kannst mit dem Pukkel runterrutschen."

Die Inbezugsetzbarkeit, die Relatability, die muss halt gegeben sein. Und wenn die Organisation gut dasteht und plötzlich gereist wird, als würde man irgendwie den letzten Taler zusammenkratzen, dann werden Leute sagen: "Es geht hier nur um Profitmaximierung, und der wird woanders ausgeschüttet als bei mir." Und dann ist es nicht in Ordnung. Denn wichtig ist eins: Und wenn Sie jetzt sagen, wir hauen raus, dann muss es nicht die Präsidenten-Suite sein. Denn auch wenn es gut läuft, ist eine gewisse Sparsamkeit sinnvoll. Auch ich, ich bin jetzt selber, bei der Messe in Köln bin ich im Mondial. Das ist kein Luxushotel, aber es ist ein gutes Hotel. Und danach fahre ich nach Amsterdam, da bin ich in einem guten Hotel am Hauptbahnhof, also am Amsterdam Centraal, auch eine Ecke, wo nicht jeder rumhängen möchte nebenbei. Amsterdam Centraal ist nicht die schönste Ecke gerade abends.

Aber wichtig ist wirklich: Mit jeder Entscheidung, wie Leute bei Ihnen reisen, senden Sie eine Botschaft. Es ist immer noch so: Wenn Führungskräfte sagen, alles wird eng, bitte Bahn fahren, zweite Klasse mit Zugbindung, während aber gewisse Ebenen trotzdem von Fahrenden, also von Fahrern, Chauffeuren, Chauffeurinnen, von chauffierenden Personen durch die Gegend kutschiert werden, dann reißen Sie eine Lücke auf, die nicht verhandelbar ist für Mitarbeitende in Hinblick auf Glaubwürdigkeit. Sie nehmen dann Ihre eigene soziale Delegitimierung vor. Und deswegen ist wichtig: Mit jeder Entscheidung einer Reiserichtlinie senden Sie auch eine Botschaft.

Und wenn die Botschaft sein soll: "Keiner soll reisen"— dann sagen Sie das bitte einfach offen. Dann müssen Sie dafür nicht schlechte Hoteldeals zusammenschustern. Wenn Sie aber sagen: "Wir brauchen ab und zu Leute vor Ort, wir möchten, dass Leute entsprechend vor Ort sind"— dann bitte senden Sie auch eine Botschaft, dass Leute sagen: "Hier reise ich gerne, denn hier ist das Ganze ein bisschen durchdacht, und innerhalb der Situation der Organisation sehe ich, warum das Ganze so gemacht wurde, wie es eben gemacht wurde." Und dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg, das in Ihrer Organisation entsprechend umzusetzen.

Und wenn Sie jetzt sagen: "Hm, da habe ich doch ein paar Fragen zu"— denn das hier ist übrigens genau deswegen entstanden: Als die Messezeit kam, gingen die Mails wieder los: "Kannst du mal was machen zum Thema Reiserichtlinie?" Und natürlich muss ich erst recherchieren und so weiter. Deswegen sind wir jetzt hier.

Wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, da habe ich ein paar Fragen, gerne mich kontaktieren, gerne"— also, wenn Sie mir gerade auf YouTube zuschauen: Gerne ein Like dalassen, gerne entsprechend auch meinen Kanal hier abonnieren, freue mich da jederzeit sehr drüber. Natürlich gerne auch einen Kommentar lassen, freue mich da entsprechend gerne, wenn wir da diskutieren. Gerne auch, wenn Sie gerade auf Apple Podcasts, Spotify zuschauen: Gerne eine Beurteilung dalassen, fünf Sterne, freue mich jederzeit darüber. Vielen Dank.

Wir machen das Ganze hier ohne Berechnung, mit viel Rechercheaufwand. Wir haben wieder tolle Rankings bekommen, dafür vielen Dank. Möchten das Ganze aber auch so beibehalten, da freuen wir uns hier über positives Feedback. Und natürlich gerne den Kanal entsprechend weiterempfehlen. Das Ganze basiert hier rein auf Weiterempfehlung, keine gekaufte Reichweite. Also von daher: Jederzeit gerne weiterempfehlen, freue mich da jederzeit entsprechend über Ihre Rückmeldung.

Und natürlich entsprechend: Wenn Sie jetzt sagen, gibt es da noch mehr? Ja, wir haben die versprochenen Führungstipps, und zwar jeden Tag haben wir welche, mindestens einen pro Tag, die sogenannten Shorts. Einmal auf YouTube, da lohnt sich nicht nur den Kanal zu abonnieren, sondern auch entsprechend die Glocke zu setzen, dann sehen Sie sofort, wenn was Neues online ist, verpassen Sie auch nichts. Es gibt nur eine ganz kleine Info. Also YouTube Shorts, gerne entsprechend YouTube-Kanal abonnieren und die Glocke setzen, dann bekommen Sie auch da jederzeit Updates. Natürlich können Sie mir auch gerne auf Apple Podcasts, Spotify folgen oder entsprechend, wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, wir brauchen doch was sehr Konkretes"— gerne mich kontaktieren.

Wenn Sie jetzt sagen: "Wir brauchen einen Trainer, einen Speaker, einen Vortrag, einen Coach, einen Berater, einen Mentor, ein Projekt, einen Interimsmanager"— jederzeit gerne, man sagt schon: "Was ich so mache: nb-networks.biz ist meine Webseite" oder entsprechend direkt mir eine E-Mail schreiben: nb@nb-networks.com, freue mich da jederzeit entsprechend von Ihnen auch zu hören.

Natürlich haben wir auch Live-Sessions, die allerdings kommunizieren wir nur über unseren Leadership Letter. Den finden Sie einmal auf expert.nb-networks.com, da einmal die E-Mail-Adresse eintragen. 100 Prozent Inhalt, garantiert, werbefrei. Also von daher freue ich mich jederzeit entsprechend, Sie dann dort auch begrüßen zu können. Und natürlich können Sie mir gerne auf Social Media— ach übrigens, in jedem Leadership Letter: 100 Prozent Inhalt, garantiert, werbefrei.

Es gibt nur eine einzige E-Mail jeden Mittwochmorgen, und da ist auch immer neben den Inhalten dem freien Zugang zu sämtlichen Artikeln, Podcasts, Videocasts keine Paywall. Woanders finden Sie Paywalls, da ist freier Zugang, und nur dort ist freier Zugang garantiert. Und natürlich Datum, Uhrzeit und Anmeldelink für die Live-Session dort entsprechend auch gerne anmelden. Und natürlich gerne mir auch dann auf Social Media folgen, auf LinkedIn gerne entsprechend vernetzen, auf Instagram ein Follow dalassen oder eben ein Like auf Facebook, und gerne auch dem Kanal auf YouTube folgen.

Das Wichtigste ist immer das, was ich ganz zum Schluss sage, nämlich: Anwenden, anwenden, anwenden von dem, was ich hier gesagt habe. Denn nur wenn Sie anwenden, was Sie gehört haben, dann werden Sie auch die positiven Aspekte sehen, die auch Sie in Ihrer Organisation sehen wollen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg, kontaktieren Sie mich jederzeit gerne, Antwort ist garantiert, binnen 24 Stunden oder weniger. Freue mich jederzeit von Ihnen zu hören.

Das heißt, wenn Sie binnen 24 Stunden keine Antwort bekommen haben, es ist irgendwo im Spam hängen geblieben, dann gerne nochmal kontaktieren. Ich beantworte wirklich jede Nachricht ohne Ausnahme, binnen 24 Stunden oder weniger. Freue mich da also jederzeit von Ihnen zu hören. Zum Schluss dieses Videocasts und zum Schluss dieses Podcasts bleibt mir da noch eins zu sagen, nämlich: Vielen Dank für Ihre Zeit.

Niels Brabandt