#472 Status der Organisation 2026: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Führung, Unsicherheit und Erwartungen der Belegschaf

Status der Organisation 2026: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Führung, Unsicherheit und Erwartungen der Belegschaft
Von Niels Brabandt


Wie steht es um den Zustand moderner Organisationen im Jahr 2026? Diese Frage beschäftigt Führungskräfte weltweit. Neue internationale Studien zeigen deutlich: Organisationen befinden sich in einer Phase tiefgreifender Transformation. Drei Themen prägen die Gegenwart und bestimmen die Zukunft von Unternehmen besonders stark: Künstliche Intelligenz, strukturelle Unsicherheit sowie veränderte Erwartungen der Belegschaft.

Für Führungskräfte bedeutet das eine klare Konsequenz. Organisationale Leistungsfähigkeit entsteht nicht zufällig. Sie entsteht durch exzellente Führung, klare strategische Entscheidungen und die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent in die Praxis zu überführen. Genau hier setzt die Analyse von Niels Brabandt an.

Künstliche Intelligenz als strukturelle Führungsaufgabe

Die aktuelle Forschung zeigt deutlich: Künstliche Intelligenz ist längst kein optionales Technologieprojekt mehr, sondern ein zentraler Bestandteil organisationaler Strategie. Allerdings liegt die größte Herausforderung nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer organisationalen Integration.

Viele Unternehmen machen derzeit einen klassischen Fehler. Sie führen KI-Tools ein, ohne die Mitarbeitenden ausreichend zu befähigen oder klare Prozesse zu definieren. In der Praxis führt das dazu, dass Teams unterschiedliche Systeme parallel nutzen, individuelle Lösungen entwickeln und dadurch Inkonsistenzen entstehen.

Organisationen, die KI erfolgreich einsetzen wollen, müssen daher drei zentrale Fragen beantworten.

Erstens: Wie werden Mitarbeitende befähigt, KI kompetent zu nutzen?
Zweitens: Welche organisationalen Prozesse werden angepasst oder neu gestaltet?
Drittens: Wie verändert sich Zusammenarbeit zwischen Menschen und intelligenten Systemen?

Ohne klare Antworten auf diese Fragen bleibt künstliche Intelligenz ein ineffizientes Experiment. Mit klarer Führung hingegen wird sie zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil.

Unsicherheit wird zur neuen Normalität

Neben technologischen Veränderungen prägt eine zweite Entwicklung moderne Organisationen besonders stark: strukturelle Unsicherheit. Wirtschaftliche Schwankungen, geopolitische Spannungen und gesellschaftliche Veränderungen wirken direkt auf Organisationen und ihre Mitarbeitenden.

Führungskräfte unterschätzen häufig, wie stark diese Entwicklungen den Arbeitsalltag beeinflussen. Für manche Mitarbeitende stellen steigende Lebenshaltungskosten lediglich eine Unannehmlichkeit dar. Für andere können sie existenzielle Auswirkungen haben.

Exzellente Führung bedeutet daher, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen nicht zu ignorieren, sondern aktiv einzuordnen. Mitarbeitende erwarten Orientierung, klare Werte und nachvollziehbare Positionierungen.

Organisationen, die sich in Zeiten politischer oder gesellschaftlicher Spannungen neutral oder indifferent verhalten, verlieren Vertrauen. Führung bedeutet in solchen Situationen nicht, jede politische Debatte zu kommentieren, sondern klare organisatorische Werte sichtbar zu vertreten.

Erwartungen der Belegschaft verändern sich grundlegend

Der dritte zentrale Trend betrifft die Erwartungen der Mitarbeitenden. Die moderne Workforce stellt Organisationen vor neue Anforderungen, die weit über klassische Vergütungssysteme hinausgehen.

Zwei Faktoren sind besonders entscheidend.

Erstens: Meaning. Mitarbeitende wollen verstehen, warum sie ihre Arbeit leisten. Der Wunsch nach Bedeutung ist kein modischer Trend, sondern eine stabile Entwicklung moderner Arbeitsmärkte. Menschen investieren Energie, Engagement und Kreativität vor allem dann, wenn sie erkennen, dass ihre Arbeit einen nachvollziehbaren Beitrag leistet.

Zweitens: Flexibilität. Flexible Arbeitsmodelle sind längst kein Bonus mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor im Kampf um Talente. Organisationen, die Flexibilität ohne nachvollziehbare Gründe verweigern, riskieren sinkende Motivation, steigende Fluktuation und Phänomene wie Quiet Quitting.

Exzellente Führung als verbindendes Element

Betrachtet man alle drei Entwicklungen gemeinsam, entsteht ein klares Bild. Technologische Transformation, globale Unsicherheit und neue Erwartungen der Belegschaft lassen sich nur durch exzellente Führung erfolgreich gestalten.

Führung ist kein Zufallsprodukt. Führung wird gelernt, entwickelt und professionalisiert. Organisationen, die Führungskräfte systematisch ausbilden, evidenzbasierte Methoden nutzen und wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nehmen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Die Arbeit von Niels Brabandt zeigt genau diesen Zusammenhang. Forschung, praktische Führungserfahrung und internationale Organisationsentwicklung führen zu einer zentralen Erkenntnis: Wenn Führung versagt, scheitern Organisationen. Wenn Führung exzellent gestaltet wird, entstehen nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Der Zustand der Organisation im Jahr 2026 hängt daher weniger von externen Umständen ab als von der Qualität der Führung.

Für Entscheidungstragende bedeutet das eine klare Aufgabe. Organisationen müssen Führung systematisch entwickeln, Technologie strategisch integrieren und die Erwartungen der Belegschaft ernst nehmen. Wer diese drei Faktoren zusammenführt, gestaltet nicht nur die Gegenwart erfolgreicher, sondern auch die Zukunft der eigenen Organisation.

Niels Brabandt

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Mehr zu diesem Thema im dieswöchtigen Podcast und Videocast: mit Niels Brabandt: Videocast / Apple Podcasts / Spotify

Das Transkript zum Podcast und Videocast befindet sich unter diesem Artikel.

 

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Niels Brabandt ist Experte für Nachhaltige Führung (Sustainable Leadership) mit mehr als 20 Jahren Erfahrungen in Praxis und Wissenschaft.

Niels Brabandt: Professionelles Training/Seminare/Workshops, Speaking/Vorträge, Coaching, Consulting/Beratung, Mentoring, Projekt- & Interim-Management. Event Host, MC, Moderator.

Podcast und Videocast Transkript

Niels Brabandt

In welchem Zustand befindet sich eigentlich Ihre Organisation? Wenn Sie sich die Frage jetzt stellen und sich denken: "Na ja, das ist schwer zu sagen, ich weiß ja nicht, gegen was ich Sie anhalten oder gegen welchen Standard ich Sie messen muss", ja, genau dafür sind wir heute hier. State of the Organizations, die neue Studie ist raus: In welchem Zustand sind aktuell Organisationen? Und vor allen Dingen: Was sind die Anforderungen für Organisationen in der Zukunft, was läuft gut und was läuft eventuell auch nicht ganz optimal? Unser Thema für die heutige Folge.

Niels Brabandt

Wenn wir jetzt direkt einsteigen, fragen sich einige: Woher kann man denn genau wissen, was ist jetzt hier repräsentativ, was ist denn tatsächlich gefordert? Es gibt also erst mal eins ganz Wichtiges als Disclaimer vorab: Ich werde hier wieder eine reale Studie zeigen, das darf ich logischerweise im Zuge von Zitierrecht, Fair Dealing, Fair Use in dem Großbritannien- und USA-Kontext logischerweise dann juristisch.

Niels Brabandt

Wenn wir das haben, dann müssen wir einfach eins wissen: Wir müssen jetzt mal schauen, wie sieht es eigentlich aus mit dem Zustand der Organisation, denn viele Menschen sind ja tendenziell, sagen wir mal, nicht so ganz wahnsinnig zufrieden mit dem, was sie gerade haben. Und da hat McKinsey eine Studie gemacht, und wenn einige sagen: "Och, muss es McKinsey sein?" Ja, die hatten zuletzt ein paar Dinge, das Hacken des Chatbots, das Hacken des AI-Bots von denen war jetzt keine Glanzleistung, aber man muss ja sagen, hier wurde eine Studie hingelegt, über 10.000 Executives befragt, daher definitiv auch repräsentativ. Das heißt, State of Organizations: Wir können uns hier auf eine Studie beziehen, wo über 10.000 Menschen befragt wurden, das heißt, die ist repräsentativ, völlig egal, wie wir es drehen und wenden.

Niels Brabandt

Und da haben wir drei große Kernelemente, und natürlich das erste Kernargument, wie sollte es anders sein, ist logischerweise: Wie konnte es anders sein? Das erste Kernargument ist natürlich künstliche Intelligenz, also AI ist das erste Kernelement. Wenn wir jetzt schauen, was ist das erste? Dann ist eins entsprechend wichtig: Erst mal müssen Leute befähigt werden. Viele Menschen beschweren sich derzeit, dass sie sagen: "AI ist da, macht genug Leuten Angst um ihren Job", und dann wird entweder wenig gemacht oder gar nichts gemacht. Also erst mal in Großbritannien dieses Enablement, in Großbritannien ist es bereits ohnehin Standard, in der Europäischen Union gibt es einen AI-EU-Act, also da muss man halt einfach dem folgen, ob man das möchte oder nicht. Und deswegen dieses Enablement ist entsprechend ein ganz entscheidender Punkt, dass die Leute befähigt werden, mit AI vernünftig umzugehen. Ich habe selber letzte Woche wieder zwei AI-Kurse gegeben, und da war es am Anfang so, dass Leute sagten: "Ich bin mir unsicher, ich weiß nicht, ich bin skeptisch", und am Ende sagten Leute: "Na ja, gut, es wird mir wohl nicht so schnell die Arbeit wegnehmen, wenn überhaupt, es unterstützt mich ja eher, als dass es irgendwie eine Gefahr für mich ist."

Niels Brabandt

Exakt, und das ist ein ganz entscheidender Punkt hier entsprechend auch. Dann aber auch, dass klar gesagt wird: Wenn wir jetzt AI haben, wie passen wir die Prozesse an? Einfach nur zu sagen: "Wir haben jetzt AI", führt erst mal zu überhaupt nichts Positivem, weil die Leute es halt wie wild verwenden, und dann fangen Leute an, nachher zu sagen: "Och ja, ich mag aber den Copilot nicht, und ich habe so ein ChatGPT-Subscription", andere haben vielleicht Claude und andere haben Perplexity, und dann nutzt jeder so seins auf der Arbeit, weil Browser ist ja vorhanden. Das darf logischerweise nicht sein, es muss dazu klare Prozesse geben, Sie können AI nicht einführen, indem Sie halt sagen: "Es ist jetzt einfach da."

Niels Brabandt

Und deswegen ist auch dann wichtig: Wenn Sie jetzt AI einführen, können Sie halt sagen, das kann man als Unterstützung nehmen, das Klassische: "Schreib mir diese E-Mail", ganz nett, aber jetzt auch kein Wahnsinn, aber ist schon ganz gut, muss man sagen. Wenn es jetzt mehr sein soll, muss logischerweise klar sein: Wie soll Zusammenarbeit mit AI aussehen? Einfach zu sagen: "Überall AI", genügt halt nicht. Deswegen wichtig: Wie ist die Kollaboration, die Zusammenarbeit entsprechend jetzt bei einer Sache, bei mehreren Sachen, abteilungsübergreifend, abteilungsintern, wie wird die gestaltet? Das muss von Ihrer Seite aus klar gestaltet werden. Einfach zu sagen: "AI ist da, und jetzt macht es mal, ihr kennt das ja irgendwie", oder so Sätze wie: "Die jungen Leute wissen schon, wie das geht", das führt zu einer massiven Panik bei anderen Menschen und vor allen Dingen zu einer Ablehnungshaltung.

Niels Brabandt

Und das geht nahtlos über in den zweiten Block, der bei dieser Studie sehr klar wurde, nämlich die Unsicherheit, Uncertainty. Mit Unsicherheit umzugehen, wird ein zentraler Aspekt für Führungskräfte und Organisationsentwicklung in der Zukunft. Das erste ist einmal natürlich wirtschaftliche Unwägbarkeiten, das ist jetzt etwas, wo Leute sehr klar sagen müssen, auch Führungskräfte: "Hier müssen wir uns positionieren."

Niels Brabandt

Ökonomische Unsicherheiten, ich gebe Ihnen mal ein simples Beispiel: Derzeit werden ja Menschen wieder nicht müde, der Welt zu erzählen, und zur Info: Ich habe übrigens auch kein Auto wie andere, und ich wohne auch in einer Großstadt, und natürlich wird Leuten gesagt: "Ja, meine Güte, Benzin wird halt derzeit wieder teurer, fahren Sie aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so schlimm kann es ja nun nicht sein." Das spricht halt dafür, dass manche Menschen einfach von der Lebensrealität anderer einfach keine Ahnung haben. Genug Menschen leben nicht in Metropolregionen, wo gesagt wird: "Der Bus fährt hier alle halbe Stunde oder alle Stunde, und wenn einer ausfällt, fährt der Nächste die nächste Stunde, wenn der nicht auch ausfällt." Das heißt also, die ökonomischen Unwägbarkeiten, denen darf nicht begegnet werden mit: "Na ja, ist halt so, Pech gehabt." Sie müssen sich damit befassen: Was passiert denn in der Lebensrealität der bei Ihnen Mitarbeitenden?

Niels Brabandt

Wenn Sie jetzt sagen: "Och, wissen Sie, Herr Brabant, wir haben bei uns hier Leute im Forschungsbereich, die verdienen sowieso sechsstellig, wissen Sie, die haben auch kein Problem damit, an der Zapfsäule jetzt mehr zu bezahlen." Die sind vielleicht nicht begeistert, aber es ist kein Drama. Aber wenn Sie jetzt Leute haben, die sagen: "Ich bin hier auf Fristverträgen, ausgeliehen über Arbeitnehmerüberlassung oder Zeitarbeit, ich knapse ohnehin daran, dass ich sage, das Geld reicht gerade eben noch, wenn überhaupt, über den Monat für Kinder und Familie, und jetzt kommen noch mal 30, 40, 50 Euro von der Zapfsäule mit dazu." Wenn dann jemand sagt: "So schlimm wird es schon nicht sein", doch, für diese Menschen ist genau das entscheidend, und deswegen diese Unsicherheit, der muss entsprechend begegnet werden, die ökonomische Unsicherheit, der muss begegnet werden.

Niels Brabandt

Das Nächste aber ist auch die geopolitische Unsicherheit: Menschen sehen, wir haben den Ukrainekrieg, die Invasion von Russland dort in der Ukraine, und dann haben wir im Nahen Osten plötzlich wieder Unwägbarkeiten, dann geht der Benzinpreis wieder hoch.

Niels Brabandt

Wichtig ist hier aber auch, nicht nur bei Geopolitik, sondern generell bei politischen Unwägbarkeiten, wenn Leute halt gewisse Wahlergebnisse sehen, werden gewisse Bevölkerungsgruppen einfach unsicherer, ob sie in dem Land bleiben wollen, ob sie in der Organisation auch bleiben wollen. Die Zeit, wo Führungskräfte sagen können: "Och, wissen Sie, politisch, ich mache da kein Statement, da macht so jeder seins." Das ist rückgratlos.

Niels Brabandt

Wenn irgendwo rechtsradikale oder linksradikale Parteien gewählt werden, die fernab des demokratischen Spektrums irgendwelchen abstrusen Unsinn fordern, dann müssen Sie sich auch als Führungskraft klar bekennen: Was sind die Werte der Organisation? Und wenn ich auf LinkedIn sehe, und ich zitiere im O-Ton, wo eine Führungskraft schreibt: "Na ja, ist ja auch mal ganz gut, wenn andere Parteien gewählt werden, die ein bisschen radikaler sind", dann bekennt man sich ganz klar. In dem Kontext war es übrigens sehr klar, dass sich jemand zu einer rechtsextremen Partei bekannt hat. Dann ist es so, dass Leute halt ganz klar sagen: "Diese Führungskraft nehme ich nicht mehr ernst", insbesondere nicht, wenn sie zu einer Bevölkerungsgruppe gehören, die von diesen Parteien verfolgt werden. Dann wird halt sehr klar von diesen Menschen gesagt: "Diesem Clown folge ich nicht mehr." Entschuldigen Sie, Clown, ich möchte nicht Clowns zu nahe treten, das ist ein ehrenwerter Beruf, aber diesem blöden August, dann nennen wir es so, folge ich eben nicht mehr.

Niels Brabandt

Sie delegitimieren sich als Führungskraft, wenn Sie sagen, Sie stellen sich nirgendwo auf. Also gerade wenn Sie gefragt werden und jemand sagt: "Wo steht denn die Organisation bei dem Thema?", und man sagt: "Och, eigentlich nirgends, jeder, wie man so mag." Das führt zu nichts Positivem. Das heißt, Führungsarbeit wird von immer zentralerer Bedeutung, und das wiederum geht jetzt gnadenlos in den letzten Punkt über.

Niels Brabandt

Wenn wir jetzt sagen: Haben Leute eigentlich andere Erwartungen an Führung, als sie es vorher haben? Ja, aber die haben nicht nur andere Erwartungen, die Workforce, die Arbeitnehmerschaft, die Mitarbeitenden haben heute generell andere Erwartungen an die gesamte Organisation. Und da kommen wir zu dem dritten Punkt: Workforce Expectations.

Niels Brabandt

Und das Erste, was wir hier haben, ist: Menschen möchten einen Job haben, wo sie sagen - und jetzt komme ich nicht wieder mit dem Wort "Purpose", ich nehme deswegen das Wort "Meaning", also Bedeutung - Menschen möchten wissen: Wofür mache ich das hier? Und jetzt gebe ich Ihnen mal ein Beispiel, die Diskussion haben wir ja derzeit sehr, sehr präsent, wo gesagt wird: "Och, wissen Sie, viele junge Leute strengen sich halt nicht mehr so an." Sehe ich ja nun irgendwie doch kritisch, wenn junge Leute das so machen. Ich habe mich früher ja auch angestrengt.

Niels Brabandt

Ich gebe Ihnen mal ein simples Beispiel, da kann ich Ihnen einfach aus meiner Zeit sagen: Ich habe auch, gut, es gibt gewisse Probleme, und ganz gewisse Probleme benenne ich hier auch ganz klar, wenn Leute halt sagen: "Nach dem ersten Schulabschluss möchte ich ausziehen, und ich muss irgendwo im Zentrum alleine einer Großmetropole wohnen in bester Wohnlage." Wie das realisiert werden soll, weiß ich auch nicht, und diese Form von Anspruchsdecken findet auch bei mir keinen Anklang. Aber wenn Leute sagen: "Mensch, bei Ausbildung, Studium möchte ich mal langsam meine Butze haben in einer WG oder irgendwo ein paar eigene vier Wände, ein bisschen eigenständig leben", das ist nicht zu viel verlangt, solange man dort moderat bleibt, auch bei dem, was man bisher erreicht hat und was man dann fordern kann.

Niels Brabandt

Ich bin damals aus Barmstedtkreis Pinneberg weggezogen in den wunderschönen Stadtteil Eidelstedt am Stadtrand von Hamburg, und zwar wirklich annähernd Ortsausgangsschild Hamburg. Dort habe ich jenseits der Elbgaustraße gewohnt, auch nicht gerade die Premium-Ecke, also 20 Minuten Fußweg zur Elbgaustraße, und auch kein Neubau. Es war wirklich einer von diesen Bauten, wenn es klingelte, dann klingelte es bei mir in der Wohnung, da musste ich runtersprinten, denn wir hatten keine Türsumme, das gab es einfach nicht. War also jetzt, sagen wir mal, ein eher in die Tage gekommender Baum, nennen wir es mal so.

Niels Brabandt

Aber ich konnte halt eins ganz klar sagen: Ich guckte halt, was ist mein Stundenlohn in meinem Studentenjob, und was ist meine Miete? Und dann konnte ich halt sagen: Damals, ich hatte zum Glück dann damals einen guten Arbeitgeber, die haben damals so 10, 12 Mark, je nach Schicht und so weiter, bezahlt, 10, 12 Mark pro Stunde. Das heißt, ich konnte halt sagen: "Alles klar, innerhalb von 18 Stunden, also so ein bisschen weniger als eine halbe Woche, wenn du in den Ferien voll gearbeitet hast, dann hattest du die Miete zusammen."

Niels Brabandt

Wenn Sie Leuten heute sagen: "18 Stunden", und Sie nehmen den Mindestlohn, der ja nun regelmäßig bezahlt wird, oder Sie nehmen auch ein bisschen mehr, von 18 Stunden bekommen Sie keine Wohnung mehr bezahlt. Und deswegen diese Bedeutung: Es gibt reihenweise junge Menschen, die halt sagen: "Ich möchte mich ja anstrengen, aber ich möchte eine Bedeutung dahinter sehen." Wenn ich mich schief und krumm puckele, und ich sehe: Jedes Mal, wenn ich mehr Geld verdiene, ist die Teuerungsrate jenseits von allem. Also ich verdiene ein bisschen mehr, und es ist noch teurer geworden, also habe ich real immer weniger. Warum anstrengen, wenn das Versprechen von "Leistung lohnt sich" nicht mehr gehalten wird?

Niels Brabandt

Dazu ist übrigens auch die Politik aufgerufen, dass die endlose Besteuerung in ganz gewissen Ländern bereits von Moderaten einfach aufzuhören hat, und dann eben auch der Staat sich so aufzustellen hat, dass das mit dem Geld, was man bei moderater Besteuerung einnimmt, dann eben auch auskommt, wie es viele europäische Länder mittlerweile eben auch machen, oder zumindest einige. Und deswegen wichtig: Wenn die Leute keinen Grund sehen, wenn sie denen sagen: "Hey, ist temporär, hier kommt der große Sprung, super", oder die sagen: "Hey, Sie können hier mehr arbeiten", oder: "Hey, hier gibt es Provision, hier kann man Boni verdienen", und, und, und, super, dann sehen Leute auch immer: Es geht nicht nur um Geld, es geht auch um Freizeit, keine Frage.

Niels Brabandt

Aber wenn Leute halt sagen: "Eigentlich kann ich machen, was ich will, es ist eigentlich nur noch Todesstress, es gibt nur noch Ärger, und jedes Mal, wenn ich rausgehe, habe ich real noch ein bisschen weniger Netto im Portemonnaie, trotz aller Anstrengungen", dann sagen Leute natürlich: "Warum das Ganze?" Dann suche ich mir mit geringstem Widerstand eben die einfachste Tätigkeit und sage: "Schade Schokolade, tschüss, ciao Kakao." Und da müssen wir halt schauen: Wie können wir als Führungskräfte das besser gestalten? Und deswegen sage ich halt: Neben der Bedeutung, dazu gehört dann auch Geld, aber eben auch die Freizeit, deswegen Flexibilität in der Arbeit wird ein zentraler Punkt.

Niels Brabandt

Wenn Sie heute sagen, Sie haben keine flexiblen Arbeitsmodelle, und wir hatten erst letzte Woche wieder eine Firma, die sagte: "Remote Work bieten wir nicht an", obwohl es Bürotätigkeit war, obwohl es ganz klar remote geht. Ja, andere machen das, wir aber nicht, Grund war: Passt nicht zu uns.

Niels Brabandt

So, dann komme ich halt an und sage: "Sie haben wissenschaftliche Evidenzen, wie sieht es damit aus?" Ja, bei uns will der Inhaber das nicht. Aha, da haben wir, da liegt doch tatsächlich der Kerngrund: Jemand will es nicht, jemand gönnt es Leuten nicht. Wenn Sie Flexibilität aktiv verweigern, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Leute sagen: "Ich verweigere Ihnen die Gefolgschaft, den Gehorsam oder die Tätigkeit nach höchstem Einsatz." Dann sagen Leute: "Ich mache hier Dienst nach Plan, nennt sich Quiet Quitting, pünktlich kommen, pünktlich gehen, und was dazwischen passiert, mir relativ egal, und wenn es hier den Bach runtergeht, gehe ich eben woanders, tschüss." Deswegen diese Flexibilität, die müssen Sie entsprechend dann auch bieten, und da ist von zentraler Bedeutung sehr gute Führungsarbeit.

Niels Brabandt

Die Studie macht so klar wie nur irgendwas, dass gute Führungsarbeit und nebenbei Führung wird halt gelernt. Führung ist von zentraler Bedeutung, und wenn Sie exzellente Führung bieten, wir können im Endeffekt über alle drei Säulen sagen: Führung ist bei allen von zentraler Bedeutung. Ich habe jetzt gerade an diesem Wochenende, deswegen bin ich auch gut gelaunt, auch wenn es gerade vielleicht nicht so rüberkam, ich habe gerade in dieser Woche meine dritte Masterarbeit eingereicht, Master of Science, und ich werde danach in dem Bereich Führung und Change von Doktorarbeit schreiben, habe ich zumindest jetzt vor. Mal gucken, ob man da sich dann einig wird mit der Universität, aber erstmal dritte Masterarbeit. Ich glaube, ich bin nicht ganz doof auf dem Thema, können gerne auch meinen LinkedIn schauen, ich habe ein paar Qualifikationen in dem Bereich.

Niels Brabandt

Die Forschung, die Evidenz und meine eigene Erfahrung als Führungskraft kommen zusammen: Wenn schlecht geführt wird, geht alles den Bach runter, und Führung wird gelernt. Wenn Sie Ihren Mitarbeitenden sagen: "Bei Führung machen wir Learning by Doing", was im Klartext heißt: Wir machen gar nichts und gucken einfach, ob es irgendwie gut geht, dann wird es am Ende eben auch schiefgehen. Wenn Sie es hingegen positiv gestalten, sich ordentlich aufstellen und das positiv machen, was wir hier heute erwähnt haben, dann werden auch Sie zu denen gehören, die bei der nächsten State of Organizations, bei der nächsten Studie designen können, die sagen: "Bei uns läuft es gut, bei anderen vielleicht nicht, aber wenn es beim Wettbewerb nicht so gut läuft, bei uns dafür doch, dann ist bei uns auch alles paletti, und dann ist für uns auch eine rosige Zukunft gesichert." Und dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

Niels Brabandt

Und wenn Sie jetzt sagen: "Im Moment, da habe ich noch ein paar Punkte", sehr gerne, lassen Sie uns gerne diskutieren. Also erstmal, wenn Sie mir gerade hier auf YouTube zuschauen oder auf LinkedIn, LinkedIn Lives machen wir demnächst auch, also völlig egal, wo Sie jetzt sind, gerne ein Like dalassen, setzen Sie unten einen Daumen, freue mich jederzeit, dass Sie das tun. Gerne auch, wenn Sie hier sind, den Kanal bei YouTube abonnieren, da kommt jedes wieder jede Menge neues Material immer wieder. Gerne auch einen Kommentar dalassen, sagen Sie gerne was dazu, äußern Sie sich zum Thema, und gerne auch ein Review dalassen auf Apple Podcast, Spotify, gerne fünf Sterne dalassen, freue mich da jederzeit auch über Feedback hier entsprechend. Und wichtig: Gerne auch diesen Kanal, in den wir viel, viel Arbeit reinstecken, gerne entsprechend auch empfehlen auf sämtlichen Kanälen, die es so gibt, dann freuen wir uns darüber auch entsprechend, dass das jetzt mittlerweile in die Breite kommt. Wir wachsen hier sehr stetig, das freut mich sehr, die Rankings sind sehr vielversprechend, von daher vielen, vielen Dank für das alles, was Sie hier möglich gemacht haben. Also gerne empfehlen im Bekanntschafts-, Freundes-, Verwandtschaftskreis etc. pp.

Niels Brabandt

Wichtig noch eine Sache: Einige fanden das jetzt sehr gut, und das behalten wir auch bei. Wir stecken viel, viel Arbeit daran, dass Sie regelmäßig Tipps bekommen, auch mit externer Expertise, und das machen wir über die YouTube Shorts, eine Funktion, die nur bei YouTube vorhanden ist. Da gibt es jeden Tag so drei bis vier Führungstipps, manchmal auch nur ein bis zwei, aber mittlerweile halten wir es durch. Das ist viel redaktionelle Arbeit, glauben Sie mir, das ist wirklich viel Arbeit, und vielen Dank für das positive Feedback hier. Der Kanal wächst stetig, deswegen entsprechend gerne auch die YouTube Shorts, also gerne auf YouTube gehen, den Kanal abonnieren, gerne auch die Glocke setzen, dass Sie auch dann immer informiert werden, wenn die nächsten Tipps da sind. Und vor allen Dingen: Es kostet keinen Cent, Sie bekommen das ganze Wissen einfach for free, gern logischerweise auch auf Apple Podcast oder Spotify, wenn wir folgen, freue mich auch darüber.

Niels Brabandt

Natürlich können Sie auch gerne sagen: "Hey, ich möchte jetzt gerne mal in Kontakt treten mit Ihnen." Haben Sie eine Webseite? Ja, sehr gerne: nb-networks.biz oder einfach direkt per Mail: nb@nb-networks.com, dann können Sie mich da jederzeit auch erreichen. Und natürlich jederzeit auch gerne, wenn Sie jetzt sagen, Sie möchten mir eine E-Mail schreiben, machen Sie das jederzeit gerne. Und wichtig ist: Wir haben auch Live-Sessions, also regelmäßige Live-Sessions. Tragen Sie sich da gerne ein, wann die Live-Sessions sind, das geben wir immer nur mit dem Leadership Letter bekannt, den finden Sie unter expert.nb-networks.com. Da einmal die E-Mail-Adresse eintragen, und keine Sorge, Sie bekommen nur eine einzige E-Mail jeden Mittwochmorgen, 100 % Inhalt, garantiert werbefrei. Wir machen wirklich Inhalte, keine Werbung, keine Sorge, daher alles inhaltsfokussiert für maximalen Nutzen für Ihre Seite. Und natürlich gerne auf Social Media vernetzen, gerne entsprechend gehen Sie auf LinkedIn, folgen wir auf LinkedIn, am besten so richtig vernetzen, dann können wir da in Kontakt bleiben. Gerne auch entsprechend dann nach LinkedIn gerne auch folgen, mir auf Instagram oder mich auf Facebook liken oder auf YouTube den Kanal abonnieren, dann haben Sie da auch das gesamte Paket.

Niels Brabandt

Das Letzte, was ich sage, ist aber immer das Wichtigste des gesamten Tages, nämlich anwenden, anwenden, anwenden von dem, was Sie gehört haben, denn nur wenn Sie anwenden, was Sie hier gehört haben, dann werden Sie die positiven Aspekte sehen, auch in der Realität, die Sie in Ihrer Organisation offensichtlich verändern wollen, denn ansonsten würden Sie hier heute nicht sitzen. Ich sage auf jeden Fall vielen Dank, wünsche viel Erfolg entsprechend dann bei der Anwendung. Kontaktieren Sie mich jederzeit gerne, wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, habe was sehr Konkretes, möchte gerne einen Vortrag, ein Coaching, Seminar bei Ihnen, Mentoring, Projekt, Interim Management", sehr gerne können wir uns darüber unterhalten. Wenn Sie jetzt sagen: "Möchte mich einfach nur austauschen", auch das sehr gerne, also von daher: Ich freue mich hier auf jeden Austausch, ich beantworte generell jede Nachricht, bin 24 Stunden, freue mich jederzeit von Ihnen zu hören, und von daher bleibt mir zum Schluss des Podcasts, genauso wie zum Ende dieses Videocasts, nur noch eins zu sagen, nämlich: Vielen Dank für Ihre Zeit.

Niels Brabandt