#489 Der Beginn und das Ende von AI Shaming - Artikel von Niels Brabandt
Der Beginn und das Ende von AI Shaming
Warum moderne Führung den Umgang mit AI neu definieren muss
Von Niels Brabandt
AI Shaming ist kein Randphänomen. Es ist ein Führungsproblem.
Die Frage klingt zunächst harmlos: „Haben Sie dafür eigentlich AI verwendet?“ In vielen Organisationen ist sie jedoch längst mehr als eine technische Nachfrage. Sie ist ein Signal. Wer sie in einem bestimmten Ton stellt, erzeugt Misstrauen, Verteidigung und Rechtfertigungsdruck. Genau hier beginnt AI Shaming: die pauschale Abwertung einer Leistung, sobald künstliche Intelligenz oder assistierende Intelligenz daran beteiligt war.
Für Entscheidungstragende im Business ist dieses Thema nicht kosmetisch. Es betrifft Produktivität, Innovationsfähigkeit, Compliance, Talentbindung und die Qualität von Entscheidungen. Wer AI in Organisationen nur über Verbote, Verdacht und moralische Abwertung steuert, schafft keine bessere Arbeit. Er schafft Schattenprozesse.
Niels Brabandt beschreibt in diesem Zusammenhang eine zentrale Beobachtung aus Führung, Beratung, Coaching und Mentoring: Menschen hören nicht auf, AI zu nutzen, nur weil Führungskräfte AI pauschal kritisieren. Sie hören lediglich auf, offen darüber zu sprechen. Damit wird AI Shaming nicht zur Lösung, sondern zum Ausgangspunkt für Intransparenz.
Warum AI Shaming in Unternehmen entsteht
AI Shaming entsteht häufig aus einem falschen Leistungsverständnis. Dahinter steht die Annahme, Arbeit sei nur dann wertvoll, wenn sie ohne moderne Hilfsmittel entsteht. Diese Vorstellung war bereits bei früheren technologischen Umbrüchen problematisch. Niemand würde heute ernsthaft behaupten, ein Haus sei weniger wert, weil für den Aushub ein Bagger statt eines Teelöffels verwendet wurde. Dennoch wird bei AI genau diese Logik angewendet.
Die eigentliche Frage lautet nicht, ob AI genutzt wurde. Die eigentliche Frage lautet: Wofür wurde AI genutzt, mit welcher Qualität, mit welchem menschlichen Beitrag, mit welchen Grenzen und mit welcher Verantwortung?
In professionellen Organisationen muss daher zwischen legitimer Nutzung, unzulässiger Delegation und fahrlässiger Automatisierung unterschieden werden. Wenn eine Prüfung, ein Kompetenznachweis oder eine ausdrücklich persönliche Reflexion verlangt wird, kann AI-Einsatz unzulässig sein. Wenn es jedoch um Konzeptverbesserung, Sparring, Strukturierung, Recherchevorbereitung, Variantenbildung oder Qualitätskontrolle geht, kann AI ein legitimer und wertvoller Bestandteil professioneller Arbeit sein.
Das Problem pauschaler Verbote
Pauschale AI-Abwertung erzeugt ein bekanntes Muster. Mitarbeitende nutzen die Technologie weiterhin, verschleiern aber die Nutzung. Texte werden umformuliert, Tippfehler werden künstlich eingebaut, Formatierungen werden absichtlich unsauber gestaltet, damit Ergebnisse „menschlicher“ wirken. Das ist kein Kulturgewinn. Es ist ein Symptom gescheiterter Führung.
Wer als Führungskraft primär fragt, ob jemand AI „erwischt“ hat, verschiebt den Fokus weg von Qualität, Wirkung und Verantwortung. Die Organisation lernt dann nicht, bessere Prompts zu formulieren, Ergebnisse kritisch zu prüfen oder AI sinnvoll in Prozesse zu integrieren. Sie lernt nur, wie man Führungskräften ausweicht.
Moderne Leadership-Kompetenz zeigt sich daher nicht im reflexhaften Verdacht gegenüber AI. Sie zeigt sich in der Fähigkeit, klare Regeln, gute Standards und eine professionelle Lernkultur zu etablieren.
Die Gegenposition ist ebenso gefährlich: AI kann nicht alles
Das Ende von AI Shaming darf nicht mit naiver AI-Euphorie verwechselt werden. Ebenso problematisch wie die pauschale Ablehnung ist die Vorstellung, AI könne jede Form menschlicher Leistung ersetzen. Viele AI-Ergebnisse bleiben allgemein, austauschbar und strategisch schwach, wenn sie ohne Fachwissen, Kontext, Erfahrung und präzise Steuerung erzeugt werden.
Gerade im Business entscheidet häufig nicht die abstrakte Information, sondern die kontextbezogene Bewertung. Marktkenntnis, Beziehungskapital, Branchenlogik, Machtstrukturen, informelle Entscheidungswege, politische Sensibilität und Erfahrung in komplexen Situationen sind nicht einfach durch ein Tool ersetzbar. AI kann unterstützen. Sie kann beschleunigen. Sie kann Muster sichtbar machen. Sie kann aber nicht automatisch die Verantwortung für Entscheidungen übernehmen.
Niels Brabandt bringt deshalb eine wichtige Unterscheidung in die Debatte: AI sollte nicht nur als Artificial Intelligence verstanden werden, sondern als Assisted Intelligence. Der Unterschied ist wesentlich. Artificial Intelligence klingt nach Ersatz. Assisted Intelligence beschreibt Unterstützung. Genau dort liegt der produktive Führungsansatz.
Die Führungsaufgabe: Alignment statt Angst
Organisationen benötigen ein klares Alignment. Dieses Alignment beantwortet die praktischen Fragen, die in vielen Unternehmen bis heute ungeklärt bleiben: Wo soll AI eingesetzt werden? Wo darf sie eingesetzt werden? Wo ist sie ausdrücklich unerwünscht? Welche Daten dürfen verwendet werden? Welche Ergebnisse müssen gegengeprüft werden? Wer trägt Verantwortung für die finale Entscheidung?
Ohne diese Klärung entstehen zwei Risiken zugleich. Auf der einen Seite nutzen Menschen AI heimlich. Auf der anderen Seite entstehen AI-Slop, oberflächliche Analysen, generische Empfehlungen und Inhalte ohne strategische Substanz. Beide Risiken kosten Qualität. Beide Risiken sind vermeidbar.
Gute Führung schafft daher weder ein Klima der Angst noch eine Kultur der unkontrollierten Automatisierung. Gute Führung schafft Standards.
Was professionelle AI-Nutzung im Business ausmacht
Professionelle AI-Nutzung beginnt mit der Frage nach dem Zweck. AI ist besonders stark, wenn Strukturen, Varianten, Zusammenfassungen, Gegenargumente, Qualitätschecks, Entwürfe oder Perspektivwechsel benötigt werden. Sie ist schwächer, wenn es um vertrauliche Beziehungsinformationen, politisches Fingerspitzengefühl, unternehmensspezifische Machtkonstellationen oder finale Verantwortung geht.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt den Nutzen: Ein Kundenangebot kann mit AI als Sparringpartner überprüft werden, ohne personenbezogene Daten oder vertrauliche Informationen preiszugeben. Die AI kann aus Sicht einer bestimmten Branche fragen, welche Informationen fehlen, welche Einwände wahrscheinlich sind oder welche Argumente klarer formuliert werden sollten. Der entscheidende Punkt ist: Der Mensch bleibt verantwortlich. Die AI erweitert den Denkraum.
Damit wird AI weder mystifiziert noch abgewertet. Sie wird zu einem Werkzeug professioneller Qualitätssicherung.
Warum Weiterbildung entscheidend ist
Viele Organisationen unterschätzen, dass AI-Kompetenz nicht durch einmalige Kurzformate entsteht. Ein günstiger Onlinekurs in der Mittagspause ersetzt keine strategische Befähigung. Wer AI wirksam einsetzen will, braucht Weiterbildung auf mehreren Ebenen: technische Grundkompetenz, Prompt-Kompetenz, Datenschutzsensibilität, Qualitätsprüfung, ethische Abwägung, Prozessintegration und Führungskommunikation.
Führungskräfte müssen besonders gut verstehen, wie AI-Ergebnisse entstehen, wo Halluzinationen möglich sind, wie Validierung funktioniert und wann menschliches Urteil unverzichtbar bleibt. Die professionelle Antwort auf Halluzinationen ist nicht der Verzicht auf AI. Die professionelle Antwort ist Gegenprüfung, Quellenbewusstsein, Rollenklärung und ein sauberer Entscheidungsprozess.
Auch hier gilt: Menschen irren ebenfalls. Organisationen verzichten nicht auf Meetings, weil Menschen Fehler machen. Sie entwickeln Strukturen, um Fehler zu reduzieren. Genau so muss AI in Organisationen behandelt werden.
Meetings als Lernräume für AI
Ein besonders wirksamer Schritt besteht darin, AI-Nutzung nicht aus Meetings herauszuhalten, sondern sie kontrolliert sichtbar zu machen. Teams können gemeinsam Prompts entwickeln, gute und schlechte Ergebnisse vergleichen, Halluzinationen diskutieren und Qualitätsstandards definieren. Dadurch wird AI-Kompetenz nicht individualisiert und versteckt, sondern organisational gelernt.
Entscheidungstragende sollten AI daher nicht nur als Tool-Frage behandeln. Es geht um Kultur. Es geht um Transparenz. Es geht um die Fähigkeit einer Organisation, neue Technologien verantwortungsvoll in produktive Routinen zu übersetzen.
Das Ende von AI Shaming beginnt mit besseren Fragen
AI Shaming endet nicht, indem Führungskräfte das Thema ignorieren. Es endet, wenn bessere Fragen gestellt werden. Nicht: „Haben Sie dafür AI verwendet?“ Sondern: „Wie haben Sie AI eingesetzt?“ „Welche Teile stammen aus Ihrer eigenen Bewertung?“ „Welche Annahmen wurden geprüft?“ „Welche Daten wurden verwendet?“ „Was hat die AI nicht wissen können?“ „Welche Entscheidung treffen wir als Menschen?“
Diese Fragen verschieben den Fokus von Scham zu Verantwortung. Sie machen sichtbar, ob AI professionell genutzt wurde. Sie fördern Lernen, statt Verteidigung zu erzeugen. Sie stärken die Qualität der Arbeit, statt Misstrauen zu institutionalisieren.
Die Konsequenz für Leadership
Für Niels Brabandt ist der entscheidende Punkt klar: Organisationen profitieren von AI nur dann, wenn Führung professionell damit umgeht. Pauschale Ablehnung verhindert keine Nutzung. Sie verhindert Offenheit. Blinde Euphorie erhöht keine Qualität. Sie erhöht das Risiko schlechter Entscheidungen. Der produktive Weg liegt in der Verbindung aus menschlicher Expertise und assistierender Intelligenz.
Das ist der Beginn und das Ende von AI Shaming. Der Beginn liegt in der falschen Annahme, AI-Nutzung entwerte Arbeit grundsätzlich. Das Ende liegt in einer reifen Führungskultur, die klar zwischen Unterstützung, Verantwortung, Qualität und Grenzen unterscheidet.
Wer AI als Assisted Intelligence versteht, beendet nicht nur eine unproduktive Form der Beschämung. Er eröffnet Organisationen die Chance, bessere Entscheidungen schneller, transparenter und verantwortungsvoller zu treffen.
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Niels Brabandt
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Mehr zu diesem Thema im dieswöchtigen Podcast und Videocast: mit Niels Brabandt: Videocast / Apple Podcasts / Spotify
Das Transkript zum Podcast und Videocast befindet sich unter diesem Artikel.
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Podcast und Videocast Transkript
Niels Brabandt
Haben Sie dafür eigentlich AI verwendet? Vielleicht kennt jemand diese Frage, und vielleicht kennt jemand auch, wie sofort reflexartig "Nein, nein, sofort nein" gesagt wird, weil einige wissen, was ansonsten passiert, wenn gesagt wird: "Ach, da haben Sie ja, das ist ja keine—" Also, wenn es AI ist, ist es ja keine wirkliche Arbeit, ne? Das ist ja nicht Ihre Arbeit, das ist doch nicht von Ihnen. Und einige gehen sogar so weit zu sagen: "Das ist überhaupt keine Arbeit gewesen." Das AI-Shaming ist ein großes Problem.
Niels Brabandt
Bevor wir aber dazu kommen, eine Sache, die ich direkt vorweg adressieren muss, weil es gerade, wo ich das hier aufnehme, vor wenigen Minuten reinkam: Dieser Podcast, in der englischen Version, ist jetzt zum ersten Mal in die Top 200, genau auf Rang 200, in den USA gegangen. Die USA sind der am meisten umkämpfte Podcast-Markt. Ich bin kein Muttersprachler der englischen Sprache, ich habe keine Reichweite gekauft oder irgendwas, ich bin auf eine öffentliche Gesamtschule gegangen, ich habe— ich bin nicht zu Oxford, Cambridge, irgendwo gegangen, um Englisch zu lernen, sondern ganz normal. Grüße gehen raus an meine Englischlehrerin, Frau Friebe, damals Top 200 in den USA. Vielen, vielen Dank an alle, die hier in den letzten Wochen und Jahren— wir sind ja mittlerweile in der 6. Saison hier— entsprechend dann mit dabei waren. Vielen, vielen Dank.
Niels Brabandt
Und jetzt direkt zurück zum Thema: Wir sprechen über AI, denn wir haben ein großes Problem. Es gibt etwas, das nennt sich AI-Shaming. AI-Shaming ist, wenn gesagt wird: "Oh, da haben Sie AI verwendet." Na dann ist es ja nicht so wirklich Ihre Arbeit. Jetzt könnte man natürlich sagen: "Ja, Moment, aber es ist doch auch nicht die eigene Arbeit." Und wichtig ist: In gewissen Situationen ist AI natürlich nicht okay, wenn es verwendet wird. Wenn ich zum Beispiel eine Aufgabe gebe und sage: "Schreiben Sie Ihre Gedanken mal nieder", und jemand nimmt dann AI: "Das war nicht die Aufgabe." Oder wenn ich sage: "Ich muss mal überprüfen, ob Sie das können: Bitte erledigen Sie mal diese Aufgabe, die wird benotet, die wird— die wird entsprechend in irgendeine Prüfung reingehen, bitte schreiben Sie das mal selber." Dann darf ich nicht AI nehmen, ohne Frage. Das behauptet auch keiner.
Niels Brabandt
Nur, ganz oft ist es so, dass AI so ein General-Shaming jetzt bekommt, dass, wenn Leute im Meeting sind, das dann gesagt wird: "Ja, Moment, haben Sie dafür AI verwendet?" Sofort: "Nein. Nein. Nein, nein, nein, nein." Denn 3 Situationen, die ich original so erlebt habe im Meeting, so im Zuge meiner Consulting, Coaching, Mentoring-Tätigkeit: Einmal sagte eine Führungskraft zum Mitarbeiter: "Was Sie am AI verwendet, das ist ja gar nicht Ihre Arbeit." Konsequenz war: Zukünftig wurde auch AI verwendet, aber alle haben es abgestritten. Das zweite ist: Da sagte jemand dann: "Oh, Sie haben AI verwendet? Das ist Betrug am Arbeitgeber. Das gebe ich direkt an die Personalabteilung." Und nebenbei, dass die Personalabteilung sich halt totgelacht hat darüber, ist das natürlich auch ein Zeichen, dass zukünftig alle anderen auch weiterhin AI verwenden werden, aber natürlich nicht darüber sprechen werden. Und im dritten Fall, da sagte jemand: "Nein." Als AI— als gefragt wurde, ob Sie AI verwenden. Und dann sagte die Führungskraft: "Oh, schade. Warum nicht?" Und dann waren alle völlig ruhig. Und dann sagten Mitarbeitende: "Na ja, weil dann ist es doch gar nicht meine Arbeit." Oder doch? Und dann sagte die Führungskraft in dem Fall: "Ja, Moment, natürlich sollen Sie selber Ihr Hirnschmalz da reinstecken, weil Sie sehr viel Erfahrung haben, sehr viel Wissen haben, Netzwerk, Marktkenntnis, was die AI gar nicht haben kann. Aber jedes Konzept kann doch verbessert werden mit AI als Sparringpartner."
Niels Brabandt
Und jetzt kommen wir zu einem ganz entscheidenden Punkt: Sehr, sehr häufig passiert was man nennt AI-Shaming. Das heißt, sobald AI verwendet wird, sagen Leute: "Das ist ja gar nicht mehr wirkliche Arbeit." Das wäre ungefähr so, als wenn jemand sagen würde: "Sie haben ja gerade ein Haus gebaut, ne? Wie haben Sie die Kuh da eigentlich ausgehoben?" Und dann sagt jemand: "Ja, mit einem Bagger." "Ach so. Ja, dann ist das ja gar nicht wirklich Ihr Haus, ne? Dann ist das—" Nein. Also, das hätten Sie jetzt mit dem Teelöffel oder mit bloßen Händen selber ausgraben müssen. Und mit Sicherheit gab es immer wieder, wenn neue Technologie kommt, sofort das Shaming.
Niels Brabandt
Das Shaming hat aber ein Problem: Die Leute verwenden es trotzdem weiter. Die Leute verwenden trotzdem weiter Hilfsmittel, werden nur einigermaßen clever dabei, dass sie nicht mehr erwischt werden. Deswegen: AI-Shaming ist ein großes Problem, gerade wenn Führungskräfte nicht professionell weitergebildet werden, denn sie ändern real nichts als Führungskraft. Wenn du oder wenn Sie entsprechend hier sagen: "AI wird nicht verwendet", das Einzige, was Leute lernen, ist: "Wie beschummel ich meine Führungskraft so?" Und das ist gar nicht mal Schummelei, sondern: "Wie täusche ich gegenüber meiner Führungskraft vor, nicht AI verwendet zu haben?" Die typischen Tricks sind sowas wie: Es werden 3, 4 Sätze umformuliert, es werden 2 Tippfehler eingebaut, es wird ein bisschen unsauber formatiert, damit es irgendwie menschlich aussieht. Und das hilft doch niemandem.
Niels Brabandt
Jetzt gibt es logischerweise auch ein Problem auf der anderen Seite: Manche Leute sagen: "Na gut, dann machen wir es halt nur mit AI." Das ist auch nicht sinnvoll. Ich habe jetzt gerade— das können Sie aus dem englischsprachigen Podcast auch entsprechend sehen— ich habe jetzt gerade wieder einen Experten auch interviewt zum Thema AI, wo man sehr klar sagen kann: Was kann AI eigentlich und was nicht? Und da wurde sehr klar gesagt bei AI: Wenn es gewisse Dinge gibt, die vorgegeben sind, die durchdefiniert sind, die sehr klar sind, die sich seit Jahrzehnten nicht geändert haben, wo wir sagen können: Da sind wir derzeit zumindest am endlichen Stand der Forschung angelangt, zumindest temporär, dann kann die AI Dinge sehr viel besser und sehr viel schneller. Aber wenn es um sowas geht wie Erfahrung, Netzwerk, Branchenkenntnis, wer kennt wen, wo kann ich Dinge öffnen auf dem kurzen Dienstweg, wer hat welche Kontakte in die Politik, und so weiter und so weiter, Dinge, die die AI weder wissen noch durchführen kann, dann ist es logischerweise so, dass die menschliche Entscheidung und die menschliche Tätigkeit mit dazu kommt. Beides zusammen ist der Schlüssel.
Niels Brabandt
Es gibt aber jetzt ein Problem: Einige Leute, die glauben, AI kann alles, machen halt nur noch AI. Das heißt, jedes Stück Arbeit ist nur noch irgendein AI-Slop, was völlig allgemein ist, mit schlechten und miserablen Prompts irgendwie zusammengeschmissen, wo Leute halt sagen: "Ja, ich habe Sie gefragt, können wir in den Markt reingehen?" Und bei Ihnen kommt hier so ein Stück raus, wo gesagt wird: "Ja, einerseits ja, andererseits nein, die Wahrheit liegt vielleicht in der Mitte." Ja, so schlau war ich auch schon. Also, das wird die AI dann immer sagen.
Niels Brabandt
Und nebenbei wird die AI vor allen Dingen auch immer der Person, die sie benutzt, schmeicheln. Psychophantasy, auf Deutsch Speichelleckerei, das haben wir hier schon mal entsprechend thematisiert. Eine AI lernt sehr schnell: Sobald ich positiv gegenüber der Person bin, die mich bedient, werde ich positiveres Rückmeldungsmaterial bekommen und besser behandelt werden. Deswegen: Wir brauchen ein Alignment, die goldene Mitte, den richtigen Weg zwischen "Was mache ich mit AI?" und "Was mache ich mit AI auch nicht?"
Niels Brabandt
Ich gebe Ihnen mal ein simples Beispiel: Wenn ich ein Angebot für den Kunden schreibe, dann sage ich natürlich: "Hey, ich habe ein Kundenangebot, die Branche—" ich mache jetzt mal ein Beispiel, Branche ist Nudelfabrik aus— ich gebe es— ich denke mir was aus— Nudelfabrik aus Leipzig, hier ist mein Angebot, guck dir das Angebot bitte mal an. Natürlich sind da keine personenbezogenen Daten drin. Und dann guckt die AI drüber und sagt: "Also, wenn ich jetzt eine Fabrik wäre, eine Nudelfabrik in Leipzig, würde mir Folgendes fehlen: das, das, das, das." Und jedes Mal bekomme ich da wirklich, wirklich gute Punkte. Deswegen: Dieses Alignment, dieses Alignment ist extrem wichtig.
Niels Brabandt
Wenn das nämlich nicht passiert, gehen die Resultate runter. Das heißt, Leute werden nur noch irgendwelchen AI-Kram zusammenschmeißen, und Leute sagen auch: "Die ist bekommen, na ja, das haben sie dauerautomatisiert, das können wir uns dann hier mal schenken." Also, das Resultat heißt immer: Wir müssen sehr klar unser Resultat so verändern, dass das Resultat nach oben geht. Und das funktioniert nur, wenn Sie in Sachen AI wirklich exzellent ausgebildet werden, ausführlich weitergebildet werden. Das kann mit Workshops passieren. Nein, nicht der 29-Euro-Onlinekurs, der in der Mittagspause gemacht wird, das habe ich schon zigmal gesagt.
Niels Brabandt
Aber natürlich kommen jedes Mal wieder dieselben Einwände, wenn Leute sagen: "Na ja, also dieses AI verwenden, AI halluziniert ja auch." Und ja, AI halluziniert. Können wir in Studien gucken, University of Pennsylvania Award, ein Business School, AI halluziniert. Übrigens 0,7% gegenüber den Menschen mit 7%. So, hätten wir das schon mal geklärt. Also, das heißt, Menschen halluzinieren 10-mal so häufig wie AI. Und AI— es würde niemals jemand sagen: "Ja, also im Meeting können wir keine Menschen haben, die halluzinieren." Ja, das geht auf gar keinen Fall.
Niels Brabandt
Wenn ich aber in manchen Firmen sage, sie sollten mal während des Meetings AI verwenden, dann gucken einige einen an, als würden wir über Teufelsaustreibung sprechen. Und deswegen: Wichtig ist, natürlich muss während des Meetings AI verwendet werden, und natürlich sind darin nicht alle gleich gut. Und dann wird eben auch mal gesagt: "Hey, wer könnte uns mal einen Prompt vormachen?" Oder: "Wer hat auch schlechte Erfahrungen gemacht? Was hat gut funktioniert? Was hat nicht gut funktioniert?" Also, das heißt, die Halluzinationen werden natürlich auch mitbesprochen.
Niels Brabandt
Und natürlich werden Ergebnisse, gerade wenn sie sehr wichtig sind— und ich meine jetzt nicht irgendwie: "Was sollen wir zur Mittagspause essen?"— die Ergebnisse werden logischerweise auch dann gegengeprüft. Und das Gegenprüfen ist dann auch normal. Und wenn jetzt Leute wieder anfangen: "Also wenn ich die AI gegenprüfen muss, dann kann ich es doch gleich selber machen." Nein, in dem Tempo schon mal gar nicht. Also, eins kann AI immer: Erstmal Schnelligkeit, da ist AI deutlich besser. Und dann ist das Prüfen immer noch deutlich effizienter und effektiver, als zu sagen: "Hey, ich mache alles von null auf selber."
Niels Brabandt
Denn wichtig ist eins: Wenn wir es ordentlich machen, wenn wir es richtig machen, wenn wir Leuten sagen: "Hier wird AI verwendet, da nicht, in dem Teil bitte AI machen, hier selber denken unterstellen, hier wird es angewendet, hier möchten wir es eher nicht", wenn wir das alles zusammenbringen, dann haben wir AI als das, als was es wirklich gedacht ist. Nämlich nicht nur Artificial Intelligence, also künstliche Intelligenz, sondern eine assistierende Intelligenz, die Assisted Intelligence. Und wenn das ordentlich gemacht wird, dann werden Sie nicht nur AI-Shaming in der Organisation beenden, dann wird auch Ihre Organisation die Vorteile haben, die Sie daraus entsprechend haben wollen. Und dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung in Ihrer Organisation.
Niels Brabandt
Und wenn Sie jetzt sagen: "Uh, das ist bei uns ein heißes Eisen, da würde ich schon mal gerne 2 bis 27 Fragen stellen", sehr gerne. Also, wenn Sie jetzt sagen— also erstmal, wenn Sie mir auf YouTube zuschauen: Gerne ein Like dalassen, gerne auch den Kanal abonnieren, gerne auch einen Kommentar dalassen. Ich freue mich jederzeit, hier entsprechend zu diskutieren. Gerne auch, wenn Sie auf Apple Podcasts oder Spotify zuschauen: Gerne eine Beurteilung dalassen, gerne ein Review, 5 Sterne, freue mich hier jederzeit.
Niels Brabandt
Und natürlich gerne: Wir haben es weiterhin beibehalten, unsere YouTube Shorts. Ich hatte ja versprochen, 1 Führungstipp pro Tag, das ganze Jahr über. Wir haben jetzt bereits das Ziel fürs ganze Jahr erreicht. Wenn man entsprechend auf die YouTube Shorts geht, wie der Name sagt, die gibt es logischerweise nur auf YouTube, es lohnt sich, nicht nur den Kanal zu abonnieren, sondern auch die kleine Glocke zu setzen. Denn wenn ich die kleine Glocke setze, dann bekomme ich auch eine kurze Info, sobald irgendwas Neues da ist. Denn wir haben tolle Menschen mit externer Expertise. Es ist nicht nur meine Stimme, die Sie ertragen müssen. Also von daher entsprechend hier gerne auch die YouTube Shorts mitnehmen.
Niels Brabandt
Und natürlich gerne auch den Kanal weiterempfehlen, im Bekanntschafts-, Freundschafts-, Kollegenschaftskreis. Vielen Dank auch dafür entsprechend. Logischerweise können Sie mir auch gerne folgen auf den Podcasts. Apple Podcasts und Spotify sind die wichtigsten Kanäle hier. Oder wenn Sie jetzt sagen: "Mensch, wir brauchen jemanden, der uns sehr konkret hilft: Trainer, Berater, Coach, Mentor, Vortragsredner, Speaker oder Projekt-Interims-Manager", sehr gerne auch das. nb-networks.biz, da können Sie einmal sehen, was ich alles so mache. Oder Sie schreiben mir direkt eine E-Mail: nb@nb-networks.com.
Niels Brabandt
Wenn Sie jetzt sagen, wir hätten gern Live-Sessions, entweder die öffentliche, die erfahren Sie nur über expert.nb-networks.com. Wenn Sie jetzt sagen: "Ich würde gerne einmal da draufgehen, die E-Mail-Adresse eintragen", keine Sorge, Sie bekommen nur eine einzige E-Mail, jeden Mittwoch, 100% Inhalt, garantiert werbefrei. Und wenn Sie jetzt sagen: "Ja, Mensch, ich bräuchte schon mal so eine Live-Session, aber die brauchen wir doch eher intern", keine Sorge. Wenn Sie diesen Leadership Letter bekommen, einfach kurz drauf antworten und sagen: "Kann man da mal kurz eine Viertelstunde eigene Zeit ausmachen?", dann machen wir das sehr gerne. Wir haben mittlerweile ein paar Firmen, die immer wieder entsprechend auch so ein privates, entsprechend Live-Session-Ding bekommen. Das machen wir doch sehr gerne.
Niels Brabandt
Und logischerweise können Sie mir auch gerne auf Social Media folgen, vernetzen sich mit mir auf LinkedIn, gerne auch auf Instagram mir entsprechend folgen oder ein Like auf Facebook dalassen. Gerne auch den Kanal abonnieren auf YouTube. Das Wichtigste ist aber immer das, was ich ganz zum Schluss sage: Nämlich anwenden, anwenden, anwenden von dem, was ich hier erzählt habe. Denn nur wenn Sie anwenden, was Sie gehört haben, dann werden Sie die positiven Aspekte sehen, die auch Sie in Ihrer Organisation haben wollen. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg, freue mich jederzeit von Ihnen zu hören. Wenn Sie mich kontaktieren, keine Sorge, ich beantworte jede Nachricht binnen 24 Stunden oder weniger. Von daher freue mich jederzeit hier auf Kontakt. Und zum Ende des Podcasts, genauso wie zum Ende des Videocasts, bleibt mir nur noch eins zu sagen, nämlich: Vielen Dank für Ihre Zeit.